ROM (dpa-AFX) - Der italienische Energiekonzern Eni <ENI.AFF> <ENI.FSE> hat wegen der niedrigen Ölpreise und der gesunkenen Nachfrage nach Gas zum Jahresbeginn einen herben Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Überschuss sank im Auftaktquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42,7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Das für die Bewertung von Analysten wichtige, um einmalige Sondereffekte bereinigte Netto-Ergebnis sank um 42,2 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro.
Beobachter hatten mit einem noch stärkeren Einbruch gerechnet, so dass die Aktie an der Mailänder Börse bis zum späten Vormittag um 3,87 Prozent auf 15,56 Euro zulegte und damit besser notierte als der Gesamtmarkt. Bereits am Donnerstag hatte der US-Ölkonzern ConocoPhillips <COP.NYS> <YCP.FSE> für das erste Quartal einen geringeren Gewinneinbruch als erwartet vermeldet.
FÖRDERUNG LEICHT GESUNKEN
Die Öl- und Gasförderung von Eni sank im ersten Quartal um ein Prozent auf 1,78 Millionen Barrel Rohöleinheiten. Dank der Übernahme des belgischen Gasversorger Distrigas stieg aber der Gasverkauf um 4,7 Prozent. Wegen der Krise rechnet der Konzern den Angaben zufolge in diesem Jahr nun mit einem geringeren Produktionszuwachs als die ursprünglich angestrebten drei Prozent. Zugleich kündigte das Unternehmen an, seine Investitionen im Vergleich zu 2008 zu senken. Im Vorjahr hatte Eni 14,56 Milliarden Euro investiert.
Der Konzern erwartet dennoch wegen des niedrigen Ölpreises einen leichten Anstieg der Verschuldung, geht aber davon aus, sein Kredit-Rating halten zu können. Der Vorstand nahm für die Berechnungen einen Durchschnittspreis von 43 US-Dollar pro Barrel Öl der Marke Brent in diesem Jahr an. Am Freitag notierte der Preis bei gut 50 Dollar pro Barrel./nl/gr/wiz