14.11.2012 19:35
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ROUNDUP/Eon-Verkauf: Betriebsrat attackiert Machnig - Thüga will mitmischen

    ERFURT (dpa-AFX) - Der möglicherweise milliardenumfassende Verkauf der Eon Thüringer Energie AG sorgt für heftige Auseinandersetzungen. Nach Kontroversen innerhalb der Landesregierung gerieten nun Eon -Arbeitnehmervertreter und Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) aneinander. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Eon Thüringen, Steffen Witiska, warf Machnig am Mittwoch in einem offenen Brief "gezielte Desinformationen" vor, mit denen "einige Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte unnötig verunsichert" würden.

 

    Die von Machnig immer wieder angemahnten Daten und Informationen lägen Vertretern der Landesregierung längst vor. Machnig lud die Arbeitnehmervertreter zum Gespräch ein. Als potenzieller Investor bei der Übernahme der Eon-Anteile meldete sich die Münchner Thüga AG.

 

    Derzeit wird über die Übernahme von 53 Prozent der Eon-Anteile durch Thüringer Städte und Gemeinden verhandelt. 47 Prozent des Anteile von Eon Thüringen sind seit Jahren in der Hand von Kommunen. Davon hält die Kommunale Energie Beteiligungsgesellschaft Thüringen (KEBT) knapp 40 Prozent. Einen nennenswerten Anteil hält auch die Stadt Suhl.

 

    Der Eon-Betriebsratsvorsitzende warf Machnig vor, den Verkaufsprozess am größten Thüringer Energieversorger "massiv zu beeinflussen". "Wollen Sie den Verkauf der Eon-Anteile an die KEBT verhindern?", fragt Witiska den Minister in dem offenen Brief. Der Betriebsrat unterstütze den Verkauf an die Kommunale Beteiligungsgesellschaft, erklärte er. "Niemand von uns wird Arbeitsplätze vorsätzlich gefährden."

 

    Machnig erklärte, ihm sei wie dem Betriebsrat am Erfolg der Eon-Übernahme durch die Thüringer Kommunen gelegen. Die Transaktion müsse jedoch "rechtssicher, finanziell solide und damit zukunftssicher realisiert werden". Er bekräftigte, dass immer noch nicht alle Unterlagen vorlägen. Der Verwaltungsrat der Thüringer Aufbaubank (TAB), dessen Vorsitzender Machnig ist, hatte in dieser Woche einstimmig beschlossen, vorerst keine Kommunalkredite für die Eon-Übernahme zu gewähren. Ihm gehe es um "Transparenz und Solidität", erklärte Machnig. Die Verunsicherung der Kommunen resultiere daraus, dass auch ihnen das Wertgutachten für die Eon-Anteile nicht bekannt sei.

 

    Die Münchner Thüga AG signalisierte am Mittwoch ihr Interesse an einer Beteiligung an der Transaktion. Die Thüga ist eine Beteiligungsgesellschaft vor allem für Stadtwerke. Ihr Vorstand bezeichnete den öffentlich gehandelten Kaufpreis für die Eon-Anteile - genannt werden 600 Millionen Euro bis eine Milliarde Euro - als nachvollziehbar aufgrund von Erfahrungswerten aus anderen Fällen.

 

    Das Münchner Unternehmen, das nach eigenen Angaben an etwa 100 kommunalen Energie- und Wasserunternehmen beteiligt ist, stünde als strategischer Partner der Thüringer Kommunen zur Verfügung, sagte Thüga-Sprecherin Carmen Meinhold. "Die Thüga beteiligt sich grundsätzlich nur als Minderheitsgesellschafter." Die Thüga gehörte bis vor wenigen Jahren zum Eon-Konzern, wurde dann aber aus dem Konzern herausgelöst und hat jetzt auch kommunale Unternehmen als Gesellschafter.

 

    Machnig hatte zu Wochenbeginn erklärt, ein von seinem Ministerium in Auftrag gegebenes Gutachten sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Zweckverbandsmodell zur Übernahme der Eon-Anteile "erhebliche steuerrechtliche Nachteile" habe. Das könnte dazu führen, dass der Verband nicht ausreichend Geld zur Tilgung von Darlehen habe. Eon Thüringen beschäftigt mehr als 1.300 Mitarbeiter./ro/DP/he

 

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