13.11.2012 10:52
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ROUNDUP: Eon kappt Prognose für 2013 - Wirtschaftskrise und Branchenumbruch

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    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Einigung bei langfristigen Gaslieferverträgen und der Wegfall von einmaligen Belastungen halten den Energiekonzern Eon auf Kurs - zumindest in diesem Jahr. Für 2013 und 2015 ist der größte deutsche Versorger dagegen skeptischer als zuletzt. Die für diese Jahre angepeilten Gewinnziele sind wegen der erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten und des Umbruchs in der Branche wohl nicht mehr zu halten. Am Aktienmarkt sorgte das für einen Kurssturz. Die Aktie des Dax-Schwergewichts (DAX) brach am Vormittag zeitweise um knapp zehn Prozent ein. Daran konnten auch die besser als von Experten erwartet ausgefallenen Zahlen nichts ändern.

 

    Die Düsseldorfer hatten bereits am Montagabend nach Börsenschluss überraschend mitgeteilt, dass die 2013er-Prognosen für Gewinn und Dividende nicht erreicht werden. Auch die Erwartungen für 2015 werden überprüft. Für das laufende Jahr bestätigte der Konzern hingegen die Ziele. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll demnach weiter auf 10,4 bis 11 (Vorjahr: 9,2) Milliarden Euro steigen. Der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro liegen, im vergangenen Jahr waren es 2,5 Milliarden Euro.    

 

DIVIDENDE WIRD WIEDER SINKEN

 

    In den neun Monaten bis Ende September stieg der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn um mehr als ein Drittel auf 8,8 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg auf 93,6 (Vorjahr: 77,5) Milliarden Euro. Den bereinigten Überschuss - die entscheidende Kennziffer für die Dividende - konnten die Düsseldorfer auf 4,0 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Als Dividende für 2012 seien weiter 1,10 Euro und damit zehn Cent mehr als für 2011 vorgesehen. Die Ausschüttung könnte jedoch schon bald wieder sinken. Angesichts der gekappten Erwartungen für 2013 sei damit zu rechnen, hieß es in der Mitteilung.

 

    Im abgelaufenen Dreivierteljahr haben sich vor allem zwei Punkte positiv ausgewirkt: Zum einen die besseren Langfristkonditionen beim Gasbezug vom russischen Monopolisten Gazprom (Gazprom (Spons ADRs)). Die Gaspreise waren bis dahin an den Ölpreis gekoppelt und hatten das Ergebnis belastet. Durch die Einigung mit den Russen im Sommer kann sich das Unternehmen nun zu deutlich günstigeren Preisen eindecken. Für das erste Halbjahr hatte Eon diese Entlastungen mit rund 1,2 Milliarde Euro beziffert. Zum anderen sind die negativen Einmaleffekte aus dem Atomausstieg weggefallen.

 

SPARTENVERKÄUFE

 

    Darüber hinaus zeigt das Sparprogramm zunehmend Wirkung. In Deutschland konnten die Kosten um 258 Millionen Euro gesenkt werden. Eon-Personalchefin Regine Stachelhaus hatte am Montag dem "Handelsblatt" gesagt, dass das Unternehmen beim Personalabbau im Plan liege. Bis 2015 sollen 11.000 der weltweit 80.000 Stellen abgebaut werden. Hierzulande sind 6.000 Mitarbeiter betroffen.

 

    Die Veräußerung des britischen Gasnetzes Central Network und der Gastransportgesellschaft Open Grid Europe brachten zusätzliche Milliarden. Der Verkauf des Anteils am britischen Atomgeschäft Horizon Nuclear Power an Hitachi für rund 400 Millionen Euro soll im November vollzogen werden und wird sich erst im vierten Quartal auswirken. Zudem hat das Unternehmen seine Anteile an drei US-Windparks für rund 500 Millionen Euro an einen dänischen Pensionsfonds verkauft. Hier wird der Abschluss für Anfang 2013 erwartet.

 

SCHLECHTERES MARKTUMFELD

 

    Sorgen bereitet das schlechtere Marktumfeld, das sich vor allem beim Absatz bemerkbar machte. Die verkaufte Strommenge sank bis Ende September um ein Prozent, nachdem der Stromabsatz bis zur Jahresmitte noch stabil war. Beim Gas ging der Anstieg bei der verkauften Menge spürbar zurück. Nach einem Plus von elf Prozent bis Ende Juni waren es nach neun Monaten nur noch fünf Prozent./jke/zb/kja

 

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