LONDON/HAMBURG (dpa-AFX) - Die
Deutsche Bank stößt einem Bericht zufolge mit ihrer zum Verkauf stehenden Vermögensverwaltung auf großes Interesse. Mehr als 50 potenzielle Bieter hätten Informationen über die zum Verkauf stehenden Sparten angefordert, heißt es in einem Bericht der "Financial Times" (Freitag) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Darunter seien die US-Bank Wells Fargo (
Wells FargoCo)
, die Royal Bank of Canada und der US-Finanzdienstleister Ameriprise Financial. Laut Zeitung fordert die Deutsche Bank rund zwei Milliarden Euro. Analysten halten sogar einen Erlös von bis zu drei Milliarden Euro für möglich. Die Bank wollte das nicht kommentieren.
Die Deutsche Bank hatte im November angekündigt, dass sie große Teile der Vermögensverwaltung auf den Prüfstand stellt. Die Überprüfung erstrecke sich auf den gesamten Bereich Asset Management, also die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger und das Fondsgeschäft weltweit - mit Ausnahme des Geschäfts der Fondstochter DWS in Deutschland, Europa und Asien. Insgesamt verwalten die zum Verkauf stehenden Teil ein Vermögen von rund 400 Milliarden Euro.Die britische Großbank Barclays hat ihre vergleichbare Sparte bereits 2009 an den Finanzinvestor Blackrock verkauft.
Mit dem Erlös will die Deutsche Bank ihr Kapital stärken und sich für die verschärften internationalen Anforderungen rüsten. Die europäische Bankenaufsicht EBA hatte bei der Deutschen Bank zuletzt eine Kapitallücke von 3,2 Milliarden Euro ausgemacht. Nach aktuellen Vorgaben müssen die europäischen Banken bis Mitte 2012 das Geld auftreiben. Das Institut selbst beteuerte zuletzt, diese Lücke auch ohne Verkäufe aus eigener Kraft bis Ende dieses Jahres geschlossen zu haben.
Laut "Financial Times" soll der Chef des Asset Managements bei der Deutschen Bank, Kevin Parker, versucht haben, einen Teil der Sparte selbst zu übernehmen. Doch er habe das Geld für die mit alternativen Anlagen handelnden Tochtergesellschaft Rreef nicht zusammenbekommen. Parkers Zukunft bei der Deutschen Bank gilt als unsicher. Ihm wird vorgeworfen, nicht genug aus dem Bereich gemacht zu haben. Zuletzt war spekuliert worden, er werde den jüngsten Machtkämpfen bei der größten deutschen Bank zum Opfer fallen, spätestens nach der Hauptversammlung im Mai 2012, wenn die Vorstände Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Konzernführung von Josef Ackermann übernehmen./enl/zb/tw