ROUNDUP: 'FTD' vor dem Aus - Gruner + Jahr informiert Belegschaft
Ob und wie es mit den anderen Wirtschaftsmedien des Verlagshauses weitergeht - darunter die Magazine "Capital", "Impulse" und "Börse Online" -, will Gruner + Jahr ebenfalls am Freitag bekanntgeben. Bei den Wirtschaftstiteln arbeiten rund 330 Menschen. Gewerkschafter befürchten den Verlust von mehr als 200 Stellen.
Die Branche war im November bereits durch den Insolvenzantrag der "Frankfurter Rundschau" geschockt worden. Findet sich kein Käufer oder kein neues Geschäftsmodell für das linksliberale Blatt, müsste der Betrieb spätestens Ende Januar 2013 eingestellt werden. Außerdem verschwindet das Stadtmagazin "Prinz" im Dezember aus den Kiosken und präsentiert sich dann nur noch im Internet.
Der G+J-Aufsichtsrat hatte nach Verlagsangaben den Vorstand ermächtigt, einen Verkauf, eine Teilschließung oder Schließung der Wirtschaftsmedien vorzunehmen. Das Gremium wird von Bertelsmann-Chef Thomas Rabe geführt, darin ist auch die Hamburger Verlegerfamilie Jahr vertreten. G+J-Mehrheitseigener ist mit 74,9 Prozent Bertelsmann, die Jahrs halten eine Sperrminorität von 25,1 Prozent.
Die "Financial Times Deutschland" war erstmals im Jahr 2000 erschienen - im damaligen Internetboom mit einer Vielzahl von Firmengründungen und Börsengängen, die kräftig beworben wurden. Das lachsfarbene Blatt sorgte mit seinem Erscheinen für Aufsehen und mehr Wettbewerb in der deutschen Medienlandschaft. Bis dahin gab es nur eine tägliche Wirtschaftszeitung, das "Handelsblatt". Allerdings kam die "FTD" nicht aus den roten Zahlen./bsp/akp/DP/zb







