29.12.2012 16:56
Bewerten
 (0)

ROUNDUP/Fitschen: Deutsche Bank braucht Zeit für Kulturwandel

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank braucht nach Einschätzung von Co-Chef Jürgen Fitschen noch Jahre, um die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen. "Ein Kulturwandel ist ein mehrjähriger Prozess", sagte der seit Juni gemeinsam mit Anshu Jain an der Spitze der größten deutschen Bank stehende Manager der "Börsen-Zeitung" (Samstag). Die Bank steht wegen Geschäften aus der Vergangenheit im Fokus von Ermittlungen. Wegen der Branchenkrise, des Kostendrucks und strengerer Regeln für die Banken rechnet Fitschen mit einem weiteren Filialsterben in Deutschland.

 

    Um die Kultur bei der Deutschen Bank positiv zu verändern, habe er gemeinsam mit Jain bereits Maßnahmen ergriffen, sagte Fitschen. Als Beispiel nannte der Manager das unabhängige Gremium, das die Gehaltsstrukturen in der Bank überprüft. Die Bank will zudem verstärkt Geschäfte ablehnen. So sei die Messlatte für Genehmigungen von bestimmten Transaktionen weiter nach oben verschoben worden, sagte Fitschen.

 

    Die Liste der Vorwürfe gegen die Deutsche Bank ist lang und reicht von Betrugsvorwürfen beim Verkauf von Wertpapieren über den Manipulations-Verdacht beim wichtigen Referenzzins Libor bis zu Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung. Hier geriet auch Fitschen selbst in die Schusslinie, da auch gegen ihn persönlich ermittelt wird. Zudem hatte er sich wegen der aus seiner Sichten rüden Methoden der Staatsanwaltschaft bei der Razzia in der Firmenzentrale im Dezember telefonisch beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier beschwert. Fitschen bedauerte den Anruf später.

 

    "Die erhobenen Vorwürfe wiegen schwer und belasten uns alle", sagte Fitschen der "Börsen-Zeitung". "Wir werden alles tun, um sie zu entkräften." Das Institut müsse sich konsequent und vorbehaltlos mit der Vergangenheit auseinandersetzen, sagte der Manager, der seit 25 Jahren bei der Bank ist. "Gleichzeitig konzentrieren wir uns darauf, unsere Kunden bestmöglich zu bedienen, um ihr Vertrauen zu erhalten und wo immer möglich zu mehren."

 

    Dabei sieht Fitschen nicht nur Konkurrenz durch andere Banken, sondern auch von IT-Unternehmen wie Google oder Microsoft . "Diese Unternehmen wissen aufgrund ihrer riesigen Datenbasis viel mehr über Bedürfnisse ihrer Kunden, als Banken es jemals erfahren werden, und können dadurch Dienstleistungen sehr gezielt anbieten." Derzeit bieten zum Beispiel Ebay (eBay) und Google bereits eigene Bezahldienste an, um vom stark steigenden Volumen an Online-Transaktionen zu profitieren. Berichten zufolge prüfen Amazon und Google zudem derzeit, ins Kreditgeschäft einzusteigen.

 

    Fitschen rechnet unter anderem wegen der steigenden Nutzung des Internets mit einem weiteren Filialsterben in Deutschland. "Man sollte sich von dem Gedanken frei machen, dass es möglich und auch nötig ist, in jedem kleinen Ort eine Bankfiliale zu erhalten", sagte er. Dies sei nur möglich, wenn die Kunden auf Dauer bereit wären, höhere Preise zu bezahlen. "Darauf würde ich allerdings nicht wetten." In den vergangenen Jahren ging die Zahl der Bankfilialen bereits deutlich zurück. Deutschland hat im Vergleich zu den meisten Ländern aber immer noch eine hohe Bankendichte und gleichzeitig vergleichsweise niedrige Preise für Bank-Dienstleistungen wie Girokonten oder Bargeldabhebungen./zb/DP/zb

 

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
18.11.2014Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
18.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
10.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
05.11.2014Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
04.11.2014Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
18.11.2014Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
05.11.2014Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
30.10.2014Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
30.10.2014Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
29.10.2014Deutsche Bank buyS&P Capital IQ
18.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
10.11.2014Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
04.11.2014Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
30.10.2014Deutsche Bank NeutralNomura
30.10.2014Deutsche Bank NeutralUBS AG
14.10.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
12.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
11.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
21.07.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
18.06.2014Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Dow Jones kommt nicht vom Fleck -- Gold-Nostalgie setzt Europas Zentralbanken unter Druck -- Blackberry, E.ON, Allianz im Fokus

Eurokurs wieder im Rückwärtsgang. Indexfantasie bei Zalando. Vodafone prüft Zusammenschluss mit Liberty Global. Airbus reduziert Anteil an Dassault. Stada verkauft Lagerhaltung an DHL. 'Schwarze Null' steht - Bundestag stimmt Haushalt 2015 zu. TLG Immobilien lockt weiter mit Aussicht auf hohe Dividende. Lufthansa erhält Auftrieb durch billiges Öl und Analystenlob.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese DAX-Aktien bringen die höchste Rendite

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

So viele Aktien gehören ausländischen Investoren

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

mehr Top Rankings

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?