14.02.2013 11:52
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Französische Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet

    PARIS (dpa-AFX) - Die wirtschaftliche Schwäche Frankreichs hat sich Ende 2012 weiter verschärft. Im vierten Quartal ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone stärker geschrumpft als von Experten erwartet. Von Oktober bis Dezember sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie die französische Statistikbehörde Insee am Donnerstag in Paris auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Bankvolkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal war das BIP noch um 0,1 Prozent gestiegen.

 

    Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg sprach im Radiosender "Europe 1" von einer "Quasi-Rezession" in der sich Frankreich befinde. Normalerweise spricht man von einer Rezession, wenn die Wirtschaft zwei Quartale hintereinander schrumpft.  

 

    Belastet wurde das BIP durch die gesunkenen Investitionen der Unternehmen. Diese gingen im vierten Quartal um 1,0 Prozent zum Vorquartal zurück. Der private Konsum (+0,2%) legte hingegen leicht zu. Dagegen schrumpften sowohl Exporte (-0,6%) als auch Importe (-0,8%). Der Außenhandel insgesamt leistete angesichts der stärker gesunkenen Exporte einen leicht positiven Beitrag zum BIP.

 

STAGNATION IM GESAMTJAHR 2012

 

    Im Vergleich zum Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal ebenfalls um 0,3 Prozent. Auch hier hatten die Experten nur einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Im Vorquartal hatte das BIP im Jahresvergleich noch stagniert.

 

    Im Gesamtjahr 2012 stagnierte die französische Wirtschaft, nachdem sie im Vorjahr noch um 1,7 Prozent gewachsen war. Damit blieb die französische Volkswirtschaft erneut hinter dem deutschen Wachstum zurück. Die deutsche Wirtschaft war um 0,7 Prozent im Jahr 2012 gewachsen.

 

ÖKONOMEN MAHNEN REFORMEN AN

 

    In den kommenden Monaten sieht Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank aber auch Hoffnungszeichen: "Frankreich wird wie auch Deutschland von verbesserten Exportaussichten und einer geringeren Unsicherheit in der Eurozone profitieren." Allerdings werde der Aufschwung voraussichtlich schwächer als in Deutschland ausfallen. Im Verlauf des Jahres 2013 könnte das französische Wachstum sogar hinter das von den Eurokrisenländer Italien und Spanien zurückfallen. Die negativen Folgen der Sparpolitik dürften in den südlichen Krisenstaaten schrittweise nachlassen, schreibt Schulz in einer Analyse.

 

    Viele Ökonomen werfen Frankreich eine zu zögerliche Reformpolitik vor. Die Regierung hatte zwar zuletzt einige Arbeitsmarktreformen beschlossen. Insgesamt bleiben die Reform- und Sparanstrengungen aber weit hinter denen anderer Krisenländer der Eurozone zurück.

 

KONSOLIDIERUNG DER STAATSFINANZEN ERSCHWERT

 

    Das schwache Wachstum erschwert auch die Konsolidierung der Staatsfinanzen. Die Regierung in Paris hatte am Mittwochabend erstmals eingeräumt, dass Frankreich auch in diesem Jahr die Maastrichter Defizitmarke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung verfehlen dürfte. "Wir werden - denke ich - nicht exakt bei drei Prozent sein", sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault dem Fernsehsender "France 3". Hintergrund sei das Wirtschaftswachstum, dass in Frankreich, Europa und der ganzen Welt schwächer sei als erwartet./jsl/jkr/fbr

 

 

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt leicht im Plus -- Dow Jones beendet Handel mit kleinem Plus -- VW enttäuscht trotz Milliardengewinn -- Tesla, Intesa, Generali, Deutsche Börse, LSE im Fokus

Daimler-Aufsichtsrat beruft Daum als Vorstand für das Lkw-Geschäft. Britische Lords wollen voraussichtlich Änderungen an Brexit-Gesetz erzwingen. Warren Buffett steigert Quartalsgewinn kräftig. Evonik: Engel gibt Chefposten an Kullmann ab. Einfach-Handy Nokia 3310 kommt zurück. Pfeiffer Vacuum lehnt Übernahmeangebot von Busch endgültig ab. BMW prüft offenbar wegen Brexit Bau des Elektro-Mini in Deutschland.
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Das sind die Preisträger 2017.
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Positionen von Warren Buffett
Jetzt durchklicken
Jetzt durchklicken
Welche Airline schneidet am besten ab?
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Würden Sie sich auf ein computergesteuertes Auto verlassen?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Nordex AGA0D655
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Apple Inc.865985
BASFBASF11
TeslaA1CX3T
BMW AG519000
CommerzbankCBK100
E.ON SEENAG99
Allianz840400
BayerBAY001
adidas AGA1EWWW
Deutsche Telekom AG555750
AMD Inc. (Advanced Micro Devices)863186