einkaufen, haben zwar mehr verdient als von Experten erwartet. Beim Umsatz blieben sie aber hinter den Erwartungen zurück. An der Frankfurter Börse stieg die Aktie der wesentlich größeren Freenet um 1,12 Prozent auf 11,72 Euro, während Drillisch sich um 0,2 Prozent auf 9,31 Euro verbilligten.
Freenet steigerte nach Angaben von Donnerstag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahresquartal von 78,4 Millionen Euro auf 85,1 Millionen Euro. Der Umsatz sank dagegen um 5,7 Prozent auf 744,2 Millionen Euro. Der Grund lag im anhaltenden Verlust von Vertragskunden. Ihre Zahl schrumpfte von 5,75 auf 5,69 Millionen. Die Zahl der Vorauszahler legte hingegen um 90.000 auf 2,46 Millionen zu. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Vertragskunde (ARPU) war im ersten Quartal 2012 mit 23,4 Euro nahezu stabil.
Drillisch legte beim Umsatz um 4,8 Prozent auf 84,2 Millionen Euro zu. Die Zahl der Vertragskunden erhöhte sich um ein Viertel auf 1,562 Millionen. Die Zahl der Vorauszahler sank wie von Drillisch beabsichtigt auf 865.000. Fast zwei von drei Drillisch-Kunden sind damit vertraglich gebunden. Im ersten Quartal 2011 war dieses Verhältnis noch nahezu ausgeglichen. Das EBITDA legte um 18,5 Prozent auf 14,8 Millionen Euro zu. Der Überschuss schrumpfte hingegen von 10,9 Millionen auf 2,8 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte Drillisch unter dem Strich stark von nicht liquiditätswirksamen Erträgen im Zusammenhang mit der Aufstockung des Anteils an Freenet profitiert.
Beide Unternehmen bekräftigten ihre Jahresprognose. Freenet peilt für das laufende Jahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 340 Millionen Euro bei einem freien Barmittelzufluss von 240 Millionen Euro an. Drillisch stellt für 2012 weiterhin ein EBITDA von 58 Millionen Euro in Aussicht. Experten hatten hingegen mit einer Aufstockung gerechnet. Nachdem Drillisch seinen Streit mit der Telekom (Deutsche Telekom) beigelegt hatte, galt diese Prognose eigentlich als zu konservativ.
Diese Unternehmen verbindet mehr als der Wettbewerb im selben Markt. Drillisch hatte vor einigen Jahren gemeinsam mit United Internet versucht, Freenet zu übernehmen und auszuschlachten. United Internet sollte das DSL-Geschäft bekommen, Drillisch die Mobilfunkkunden. Doch Freenet wusste sich zu wehren, lehnte die Zusammenarbeit ab und Drillisch blieb auf seinem Aktienanteil sitzen. Auf der Freenet-Hauptversammlung am Mittwoch gelang Drillisch ein Coup. Mit einem Anteil nahe an der Sperrminorität setzten die Maintaler zwei Kandidaten für den Aufsichtsrat durch. Nun stellt Drillisch ein Drittel der Vertreter der Anteilseignerseite, einschließlich des Vorsitzenden. In naher Zukunft wird sich herauskristallisieren, welche Form die Annäherung der beiden Unternehmen annehmen wird./fn/jha/kja