12.02.2013 13:10
Bewerten
(0)

ROUNDUP: G7 wenden sich gegen Manipulation der Wechselkurse

DRUCKEN
    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) haben sich gegen eine Manipulation der Wechselkurse ausgesprochen. Die Geld- und Fiskalpolitik werde sich weiter an der Binnenwirtschaft orientieren und ziele nicht auf die Wechselkurse ab, heißt es in einer am Dienstag gemeinsam veröffentlichten Mitteilung. Die zuletzt entbrannte Diskussion um einen "Währungskrieg" hat die G7-Staaten offenbar zu der Mitteilung veranlasst. Der Eurokurs legte am Dienstag um über einen halben Cent zu und stieg auf ein Tageshoch von 1,3464 US-Dollar.

 

    Wie bisher wolle man marktbestimmte Wechselkurse und werde sich weiter eng bei Währungsfragen abstimmen. Der enge Austausch bei den Wechselkursen werde fortgesetzt, und man werde in angemessener Weise kooperieren.

 

EXTREME WECHSELKURSSCHWANKUNGEN UNERWÜNSCHT

 

    Extreme Schwankungen und ungeordnete Bewegungen der Wechselkursen könnten nachteilige Auswirkungen für die Stabilität der Wirtschaft und der Finanzmärkte haben, heißt es in der Mitteilung. Zu den G7 gehören die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien.

 

    Hintergrund der Diskussion über die Wechselkurspolitik ist der jüngste Anstieg des Eurokurses. In den vergangenen Wochen hatte der Euro auch angesichts der Entspannung in der Eurokrise an den Märkten zugelegt. Ein weiterer Anstieg könnte gerade auch die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Krisenländer beeinträchtigen, da sich die Waren der Exporteure auf den Weltmärkten verteuern.

 

DISKUSSION UM 'WÄHRUNGSKRIEG'

 

    Als Grund für den Euro-Höhenflug gilt unter anderem die sehr lockere Geldpolitik der US-Notenbank und der japanischen Notenbank. Es wurde bereits von einem "Währungskrieg" gesprochen. Vor allem die japanische Regierung hatte zuletzt Druck auf ihre Notenbank ausgeübt, um die Geldpolitik weiter zu lockern und so auch den Yen-Kurs zu schwächen. Ökonomen hatten im Vorfeld der Entscheidung vermutet, dass Japan besonders skeptisch einer gemeinsamen G7-Erklärung gegenüberstehen könnte.

 

    Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hatte vor der Veröffentlichung des G7-Statements eine koordinierte Wechselkurskurspolitik auf weltweiter Ebene gefordert. Ziel müsse es sein, übertriebene Wechselkursbewegungen zu vermeiden, sagte Moscovici in Brüssel vor dem Treffen der EU-Finanzminister. Er dränge die unabhängige EZB jedoch nicht zu Interventionen am Devisenmarkt. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte zuletzt von "irrationalen Kursausschlägen" und "unfairem Wettbewerb" gesprochen. Er forderte eine gemeinsame Wechselkurspolitik der Eurozone, der Deutschland jedoch skeptisch gegenübersteht.

 

G20-TREFFEN RÜCKT IN DEN FOKUS

 

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte am Montag die Skepsis der Eurogruppe gegenüber einer aktiven Wechselkurspolitik bekräftigt. Das bedeute, "dass die Wechselkurse nicht manipuliert werden sollen, dass eine zu hohe Flexibilität natürlich auch gefährlich ist", hatte Schäuble nach Beratungen der Euro-Finanzminister gesagt. "Mein Vorschlag ist, dass wir beim G20-Treffen Ende der Woche in Moskau darauf drängen, dass es auch im G20-Rahmen gemeinsam festgestellt wird."

 

    EZB-Präsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Auswirkungen des gestiegenen Euro-Wechselkurses auf die Preisentwicklung und das Wirtschaftswachstum zu überprüfen. Die Aussagen hatten den Euro deutlich belastet. Allerdings sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Dienstag, dass sich die Inflations- und Wachstumsprognosen nicht stark geändert haben dürften. Eine Senkung der Inflationsprojektionen hätte die Wahrscheinlichkeit für eine weitere geldpolitische Lockerung der EZB erhöht./jsl/hbr

 

Melden Sie sich jetzt an!

Sind ETFs das beste Anlageprodukt der Welt oder droht wegen des ETF-Booms eine Krise? Im Online-Seminar am 14. Dezember setzt sich Thomas Wolff von Scalable kritisch mit dem Thema Indexfonds auseinander.
Hier zum ETF-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow endet im grünen Bereich -- Atos will Chipkarten-Hersteller Gemalto schlucken -- Bitcoin kommt leicht von Rekordhöhen zurück -- HelloFresh, LANXESS im Fokus

Munich Re übernimmt wohl Mehrheit an britischem Luftfahrt-Versicherer. Airbus: Bericht über Abschied von Enders 'reine Spekulation'. Boeing hebt Dividende kräftig an. Stiftung Warentest: Mehr Zinsen für Tagesgeld und Co. im Internet. Immobilienkonzern Unibail-Rodamco will Konkurrent Westfield kaufen. Deutsche Aktien 2017: Das waren die Bitcoin-Alternativen. Litecoin steigt um über 86 Prozent.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
AIXTRON SEA0WMPJ
BP plc (British Petrol)850517
CommerzbankCBK100
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
Apple Inc.865985
Bitcoin Group SEA1TNV9
GeelyA0CACX
Dialog Semiconductor Plc.927200
Deutsche Telekom AG555750