MARTINSRIED (dpa-AFX) - Nach zahlreichen Rückschlägen in der Entwicklung hat das angeschlagene Biotechnologieunternehmen GPC Biotech zumindest einen juristischen Sieg errungen. Ein US-Schiedsgericht habe alle Forderungen von Spectrum Pharmaceuticals im Zusammenhang mit dem Krebsmedikament Satraplatin abgewiesen, teilte das am Dienstag in Martinsried mit. Obwohl das Gremium im Grundsatz für GPC Biotech entschieden habe, wurde dem Unternehmen kein Ersatz seiner Anwalts- und sonstiger Kosten zugesprochen. Die im TecDAX notierte
Aktie stieg am Dienstag um 16 Prozent auf 3,84 Euro. Das Papier des Unternehmens, an dem der SAP-Gründer und Milliardär Dietmar Hopp nach letzten Angaben mit rund 17 Prozent beteiligt ist, war nach einem erneuten Rückschlag bei der Entwicklung des Krebsmedikaments Satraplatin bis auf 2,66 Euro gefallen und hatte damit im Vergleich zu seinem im Februar erreichten Jahreshochs rund 90 Prozent an Wert eingebüßt. Damals war GPC Biotech noch optimistisch, bald die Zulassung für Satraplatin zu erhalten. Ende Juli knickte die Aktie allerdings kräftig ein, nachdem sich der Beraterausschuss der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA negativ geäußert hatte. Seitdem gab es eine Reihe von enttäuschenden Nachrichten rund um den einstigen Hoffnungsträger, von dem sich GPC einst einen Spitzenumsatz von bis zu 500 Millionen
Dollar pro Jahr erhofft hatte. Nach dem jüngsten Rückschlag bei einer Studie Ende Oktober verloren die meisten Analysten endgültig das Vertrauen und senkten reihenweise ihre Kursziele. In dem Streit mit Spectrum ging es im Wesentlichen um Vorabzahlungen, die GPC Biotech von Pharmion beziehungsweise Yakult für die Entwicklung von Satraplatin erhalten hat, sowie um einen vertraglichen Anspruch Spectrums auf die Vertriebspartnerschaft für Satraplatin in den USA. Zudem sei der Vertrieb Satraplatins in Japan Punkt der Verhandlung gewesen. In diesen drei Punkten habe das Schiedsgericht für GPC entschieden./zb/wiz