DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Maschinenbau-Konzern Gea (
GEA Group) hat den heftigen Konjunkturschwankungen zum Jahresende getrotzt und im Schlussquartal ein kräftiges Plus bei den Bestellungen eingefahren. Gea spüre trotz der weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten weiterhin eine dynamische Nachfrage, sagte Vorstandschef Jürg Oleas am Montag laut Mitteilung in Düsseldorf. Mit dem Plus von einem Fünftel beim Auftragseingang für die Zeit zwischen Oktober und Dezember und den anderen vorläufigen Zahlen für den Umsatz und operativen Gewinn übertraf Gea die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten. Die im
MDAX (
MDAX) notierte Gea-Aktie legte am Morgen um 4,38 Prozent auf 26,590 Euro zu, während der Gesamtmarkt nur moderat im Plus lag.
Auch für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem weiteren Wachstum. Der Auftragseingang soll demnach bis zu fünf Prozent und der Umsatz um mindestens fünf Prozent zulegen. Die EBIT-Marge soll leicht über dem Vorjahr liegen, als sie 8,8 Prozent erreichte. Aktionäre und Beschäftigte sollen vom guten Lauf profitieren: Den Anteilseigner will der Konzern eine um 15 Cent auf 55 Cent erhöhte Dividende und den Mitarbeitern unterhalb der oberen Führungsebene einen Sonderbonus von rund 5 Millionen Euro zahlen.
EBIT SPRINGT NACH OBEN
Der Umsatz legte laut den vorläufigen Zahlen im Schlussquartal um 27 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Effekte aus Zukäufen sprang der operative Gewinn (EBIT) um 44 Prozent nach oben auf 207 Millionen Euro. Dabei hat Gea die Belastungen aus zwei Übernahmen in der Kühltechnik und Lebensmittelverarbeitung herausgerechnet. Unbereinigt lag das Ergebnis bei 198 Millionen Euro - 43 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Hier habe sich der abgeschlossene Umbau, etwa im Segment der Wärmetauscher, aber auch die gezielte Auswahl der Aufträge nach Profitabilität ausgezahlt, hieß es vom Unternehmen. Den Gewinn unter dem Strich veröffentlichte das Unternehmen noch nicht.
Bereits im Januar hatte Finanzchef Helmut Schmale gesagt, dass Gea beim Auftragseingang wohl das obere Ende der für 2011 angepeilten Spanne zwischen 5,4 bis 5,6 Milliarden Euro erreicht hat. Die Bestellungen wuchsen im Quartal auf 1,5 Milliarden Euro, auf Jahressicht war es ein Plus von mehr als einem Fünftel auf 5,61 Milliarden Euro. Seine Jahresziele schaffte der Konzern damit locker.
VERGLEICH MIT ALTAKTIONÄREN
Gea ist in sechs Sparten aktiv, die von der Ausrüstung für Milchbetriebe, über Wärmetauscher für Kraftwerke bis zu Kühl- und Abfülltechnik für die Lebensmittelbranche reichen. Der Fokus auf die Nahrungsmittelhersteller und die Energiebranche bewahrt die Düsseldorfer vor einem allzu heftigen Auftragseinbruch im Krisenjahr 2009. Nach dem im Großen und Ganzen abgeschlossenen Konzernumbau und einem jüngst geschlossenem Vergleich mit Altaktionären gibt es zumindest keine größeren Baustellen mehr bei dem Konzern./stb/wiz