KÖLN (dpa-AFX) - Der deutsche Ableger des französischen Versicherungskonzerns Axa
(AXA) hat 2008 einen Gewinneinbruch verbucht und fast kein Geld mehr verdient. Axa-Chef Frank Keuper verwies am Donnerstag in Köln zur Erklärung auf die Finanzkrise: "Wir leben in verrückten Zeiten. Dieser klassische Satz für Aktien "Du musst nur zehn Jahre warten, dann bist du im Plus", der gilt nicht mehr." Andererseits sei es "eindeutig nicht so", dass die Leute in der Krise nun Lebens- oder Altersversicherungen kündigten. Gerade die Deutschen täten das nicht. "Im Gegenteil, wir haben einen noch größeren Vorsorgebedarf." Dennoch habe das Beben an den Märkten das Geschäft stark belastet. Das Nettoergebnis brach 2008 auf 11 Millionen Euro ein, nach 563 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Beitragseinnahmen wuchsen um 0,6 Prozent auf 9,84 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2009 steigerte der Konzern seine Einnahmen um 1,6 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro.
"Nach jetzigem Stand" erwartet Keuper auch für dieses Jahr ein positives Ergebnis, "aber mit großen Unwägbarkeiten". Für die Entwicklung der Kapitalmärkte sei man "leicht optimistisch". Die deutsche Axa beschäftigt zurzeit 12.000 Mitarbeiter. 1.200 Stellen wurden und werden als Folge der Übernahme von DBV Winterthur über einen Zeitraum von mehreren Jahren gestrichen, jedoch ohne Kündigungen, wie am Donnerstag noch einmal bestätigt wurde. In anderen Bereichen seien auch Stellen angebaut worden.
Im Segment Schadensversicherungen profitierte Axa im vergangenen Jahr davon, dass es keine Katastrophen so wie 2007 den Orkan Kyrill gab. Personenschäden seien dagegen generell mit immer höheren Kosten verbunden. Ebenso stiegen Pflegekosten stark, teilweise um 10 bis 15 Prozent jährlich - das seien Herausforderungen für Versicherer.
Bei der Altersvorsorge gehe der Trend hin zu einer immer größeren Produktvielfalt, sagte Keuper. Er bestritt, dass Axa am Abschluss von Lebensversicherungen nicht mehr so stark interessiert sei, weil sich damit nicht so viel verdienen lasse, wie die französische Mutter erwarte. Man könne es sich gar nicht leisten, Lebensversicherungen zu vernachlässigen, sagte Keuper. Die Kunden seien aber sehr verschieden. "Dann gibt es auch diejenigen, die aufgrund ihrer Lebenssituation mal was für die Altersvorsorge tun können, mal nicht. Das macht die Beratung auch anspruchsvoller, sie wird noch mehr Bedeutung bekommen." /cd/DP/she