METZINGEN (dpa-AFX) - Der lange Winter und die Wirtschaftskrise haben beim Modekonzern HUGO BOSS <BOS3.ETR> zu einem leichten Umsatz- und Gewinnrückgang geführt. Der Erlös sei von Januar bis März um 5,1 Prozent auf 484,7 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mit. Unterm Strich verdiente HUGO BOSS 63,6 Millionen Euro, 2,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Auch für das gesamte Jahr 2009 rechnet der Mode-Hersteller mit einem Umsatzrückgang. Die operative Marge (EBITDA) soll aber dennoch steigen
Die anhaltende Finanzkrise habe auch die Kunden von Luxus- und Premiumprodukten verunsichert. Vor allem auf dem wichtigen europäischen Markt bekam HUGO BOSS die Kaufzurückhaltung zu spüren. In Deutschland brachen die Umsätze zum Ende des 1. Quartals um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Insgesamt sank der Umsatz in Europa im 1. Quartal um 7 Prozent. Auch das Geschäft mit Lizenzprodukten wie Modeaccessoires und Düften verbuchte einen deutlichen Rückgang um 18 Prozent.
Während die Großhändler deutlich weniger einkauften, erwirtschaftete der zuletzt immer sehr erfolgreiche konzerneigene Einzelhandel auch von Januar bis März ein Umsatzplus von 7 Prozent. Punkten will der Modehersteller bei den Konsumenten in Zukunft mit einer schlankeren Kollektion. Die einzelnen Marken sollen markanter werden und vor allem durch die konzerneigenen Geschäfte in vielen Ländern exklusiver präsentiert werden.
Die im MDAX <MDAX.ETR> notierte Aktie stieg bis 13 Uhr um 0,8 Prozent auf 15,19 Euro und blieb damit deutlich hinter dem Vergleichsindex zurück. Ein Händler sagte: "Die Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen und sind keine große Überraschung." Positiv hob er die Bestätigung der Jahresprognosen hervor. Ein Analyst sah ebenfalls keine Überraschung in den Zahlen. "Umsatz und operatives Ergebnis haben den Markterwartungen entsprochen, das Nettoergebnis fiel etwas besser aus."/mhe/DP/zb