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01.02.2012 12:16

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ROUNDUP: Hannover Rück rechnet 2012 mit mehr Gewinn - Höhere Preise

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    HANNOVER (dpa-AFX) - Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück (Hannover Rueckversicherung) rechnet nach dem Katastrophenjahr 2011 dank höherer Preise wieder mit mehr Gewinn. "Klar ist, dass wir für 2012 von steigenden Prämien und steigenden Erträgen ausgehen", sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Mittwoch nach der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum Jahreswechsel in Hannover. Für das vergangene Jahr hielt Wallin an dem Gewinnziel von 500 Millionen Euro fest. Die Aktionäre können sich auf eine Dividende von gut zwei Euro freuen.

 

    Bei der Vertragserneuerung zum 1. Januar konnte die Hannover Rück in der Schadenversicherung bereits höhere Beiträge durchsetzen. "Wir haben im Durchschnitt bessere Konditionen und Raten erzielen können als im vergangenen Jahr", sagte Wallin. Allerdings gebe es noch keinen klaren Aufwärtstrend.

 

    Die Hannover-Rück-Aktie legte nach den Nachrichten zunächst zu, rutschte aber bis zur Mittagszeit um 0,73 Prozent ins Minus auf 40,39 Euro und bildete damit das Schlusslicht im MDAX (MDAX). Analyst Thorsten Wenzel von der DZ Bank sprach allerdings von einem "guten Ergebnis der Januar-Erneuerung".

 

    Laut Vorstandsmitglied Jürgen Gräber stiegen die Preise im Schnitt um drei bis sechs Prozent. Dabei übernahm die Hannover Rück auch neue Risiken. Insgesamt wuchs das Volumen der erneuerten Verträge mit Erstversicherern und Großkunden damit um sechs Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Unterdessen habe das sinkende Zinsniveau die Branche davon abgehalten, Rückversicherungsschutz im Kampf um Marktanteile zu billig anzubieten, sagte Gräber. Die Versicherer können zu niedrige Prämieneinnahmen immer schlechter durch Zinserträge ausgleichen.

 

    Das Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" im Mittelmeer dürfte nach Einschätzung Gräbers die Prämien in der Schifffahrts-Rückversicherung nach oben treiben. Allerdings gab es seit dem Kentern des Ozeanriesen noch keine Vertragsverhandlungen. Die Hannover Rück muss voraussichtlich mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag für die Schäden und Folgen des Unfalls geradestehen.

 

    Unklar ist, wie teuer die Insolvenz der Drogeriekette Schlecker die Hannover Rück zu stehen kommt: Zwar sei der Rückversicherer prinzipiell betroffen, doch die Schadenshöhe bislang kaum einzuschätzen. Die Hannover Rück ist stark in der Kredit- und Kautions-Rückversicherung engagiert, die etwa Zahlungsrisiken aus Warenlieferungen abdeckt. "Die Entwicklung hat unsere Strategie bestätigt", sagte Gräber mit Blick auf die vergangene Wirtschaftskrise nach der Lehman-Pleite 2008. Trotz sinkender Prämien weiteten die Niedersachsen ihr Geschäft in diesem Bereich zum Jahreswechsel aus.

 

    Deutlich höhere Prämien konnte die Hannover Rück vor allem in der Sach-Katastrophen-Rückversicherung durchsetzen. Im hochwassergeplagten Australien gingen die Preise nach den Katastrophen des Vorjahres um 60 Prozent noch oben. Dennoch verschloss sich der Rückversicherer teilweise den Verlockungen: "Wir wollen noch Kapazität für die weiteren Erneuerungsrunden in diesem Jahr vorhalten", sagte Gräber.

 

    Lukrativer wurde für die Hannover Rück die Kfz-Rückversicherung. Der seit Jahren anhaltende Preisdruck sei zu Ende, die Hagelschäden im August und September hätten die Preise in der Kaskoversicherung steigen lassen. In Nordamerika profitierte das Unternehmen von steigenden Preisen in Kanada, während es im Haftpflicht-Geschäft in den USA immerhin ein Ende des Preisverfalls ausmachte. Im Geschäft mit den Fluggesellschaften zeichnete das Unternehmen trotz sinkender Prämien weitere Verträge.

 

    Die Vertragserneuerung 1. Januar ist die wichtigste in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung und umfasst fast zwei Drittel der Verträge. Auf den großen Preissprung bei den Versicherungsprämien muss die Hannover Rück noch warten: In den meisten Regionen, in denen Stürme, Erdbeben und Hochwasser 2011 schwere Schäden angerichtet hatten, steht ein Großteil der Vertragsabschlüsse noch aus.

 

    In Neuseeland, wo in den vergangenen beiden Jahren schwere Erdbeben gewütet hatten, erwartet Gräber um 60 Prozent höhere Rückversicherungspreise. Auch in den tornadogeschädigten USA und in Japan, wo Erdbeben und Tsunami 2011 eine Atomkatastrophe ausgelöst hatten, dürften die sogenannten Katastrophendeckungen nach seiner Einschätzung erneut um zweistellige Prozentsätze teurer werden./stw/wiz

 

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