11.11.2012 23:14
Bewerten
(0)

ROUNDUP: Haushaltsdebatte und Proteste in Athen - Euro-Kassenhüter tagen

DRUCKEN
    ATHEN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Für das pleitebedrohte Griechenland schlägt wieder einmal die Stunde der Wahrheit. Das Parlament kam am Sonntag zu abschließenden Beratungen über den Haushalt 2013 zusammen, am späten Abend war eine namentliche Abstimmung geplant. Die Billigung des Haushalts ist Voraussetzung für weitere Griechenland-Hilfen. Rund 10.000 Menschen zogen am Abend vor das Parlament in Athen, um gegen das jüngste Milliarden-Sparpaket und den Staatshaushalt 2013 zu demonstrieren. Die Polizei war aus Furcht vor Ausschreitungen mit starken Einheiten präsent.

 

    Die Euro-Finanzminister wollen an diesem Montag in Brüssel den Weg für weitere Milliardenzahlungen an das krisengeschüttelte Land ebnen. Mit einer endgültigen Freigabe der nächsten Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro wird dabei noch nicht gerechnet.

 

IN ATHEN WIRD MIT ZUSTIMMUNG ZUM BUDGET GERECHNET

 

    In Athen wurde eine Zustimmung zum Budget erwartet. Im Etatentwurf wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr um 4,5 Prozent schrumpft - nach 6,5 Prozent in diesem Jahr. Begleitet von massiven Protesten hatte das Parlament bereits am Mittwochabend ein Sparprogramm über 13,5 Milliarden Euro gebilligt.

 

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet allerdings nicht mit einer schneller Freigabe der nächsten Hilfsmittel für Griechenland. "Es sieht momentan nicht so aus, dass wir am Montag einen fertigen, vollständigen Troika-Bericht bekommen können, zumal das griechische Parlament erst am Sonntag den Haushalt beschließt", sagte Schäuble der "Welt am Sonntag". "Niemand in der Eurozone hat ein Problem damit, der Auszahlung der nächsten Tranche zuzustimmen - aber nur, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind", sagte er mit Blick auf das Treffen der Euro-Finanzminister.

 

'KATHIMERINI': TROIKA-BERICHT FÄLLT POSITIV AUS

 

    Nach Informationen der Zeitung "Kathimerini" fällt der Bericht der Troika zur Lage in Griechenland angeblich positiv aus. Die Troika werde unter anderem eine "außerordentliche Bemühung der Regierung unter sehr starkem politischen Druck" hervorheben, schrieb das Blatt ohne Angabe von Quellen. Ein positiver Bericht der Kontrolleure aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) ist Voraussetzung für weitere Hilfen, Griechenland hängt am Tropf der internationalen Geldgeber.

 

    Bundesbankpräsident Jens Weidmann rechnet zwar mit weiteren finanzieller Unterstützung für Athen. "Die Politik hat sich offenbar entschieden, Griechenland weiter zu finanzieren", sagte Weidmann der "Rheinischen Post" (Samstag). Zugleich mahnte er aber ebenso wie EU-Energiekommissar Günther Oettinger weitere Reformen an. "Die Hilfen haben nur dann Sinn, wenn Griechenland selbst genug tut", sagte Weidmann. "Das ist nicht nur für Griechenland ein ganz wichtiges Signal, sondern auch für die anderen Krisenstaaten."

 

GAUCK KÜNDIGT BALDIGES TREFFEN MIT PAPOULIAS AN

 

    Oettinger schließt einen weiteren Schuldenschnitt zur Gesundung Griechenlands zwar nicht aus. Aktuell käme ein solcher Schritt jedoch zu früh, sagte er der Zeitschrift "Wirtschaftswoche".

 

    Bundespräsident Joachim Gauck kündigte ein baldiges Treffen mit dem griechischen Staatschef Karolos Papoulias an. Gauck sprach sich in einem Interview der "Welt am Sonntag" zugleich für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone aus und lobte entsprechende Signale der Bundesregierung. "Ich wünsche mir und hoffe, dass Griechenland Teil der Euro-Zone bleibt. Es wäre ganz und gar falsch, wenn Griechenland ausscheiden würde, und es ist vollkommen richtig, dass die Bundesregierung auf einen Verbleib Athens in der Euro-Zone drängt", sagte Gauck.

 

UMFRAGE: GRIECHISCHE REGIERUNGSPARTEIEN STÜRZEN AB

 

    Die Verhandlungen der Euro-Finanzminister in Brüssel sind äußert kompliziert, da das Rettungsprogramm wegen der Rezession in Griechenland und der wachsenden Schuldenlast nachjustiert werden muss. Wann der endgültige Beschluss für die von Athen dringend benötigte Auszahlung fallen wird, ist offen. Die Europartner sind fest entschlossen, das Land nicht pleitegehen zu lassen.

 

    Die griechischen Regierungsparteien stürzen laut einer repräsentativen Umfrage in der Gunst der Wähler ab. Würde aktuell abgestimmt, ginge das Bündnis der radikalen Linken (Syriza) als stärkste Kraft hervor, ergab die in der Sonntagszeitung "To Vima" veröffentlichte Befragung. Auch die Rechtsradikalen könnten angesichts von Wirtschaftskrise, hoher Arbeitslosigkeit und drastischen Sparmaßnahmen zulegen. Gleichzeitig trauen aber mit 38,2 Prozent deutlich mehr Ministerpräsident Antonis Samaras zu, das Land zu führen, als Syriza-Chef Alexis Tsipras (33,3 Prozent)./tt/DP/he

 

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus --US-Börsen wenig bewegt -- EZB lässt Leitzins unverändert -- Steinhoff muss Bilanz 2016 neu aufstellen -- Aurubis, Bitcoin, Disney, 21st Century Fox, Niki im Fokus

Institute: Deutsche Wirtschaft vor Hochkonjunktur. Siemens-Chef Kaeser: Medizintechnik künftig größer als Industrie. Rationpharm-Mutter Teva streicht 14.000 Stellen. Bank of England rührt Leitzins nicht an. Türkische Notenbank strafft Geldpolitik. Veränderungen in der Autobranche machen Bertrandt zu schaffen.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Sonstiges
20:16 Uhr
Die Vorteile von ETFs
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
RWE AG St.703712
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
AIXTRON SEA0WMPJ
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BP plc (British Petrol)850517
E.ON SEENAG99
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Deutsche Telekom AG555750
Lufthansa AG823212