HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern
HeidelbergCement hat dank einer wirtschaftlichen Belebung und eines milden Winters in Europa auch im Auftaktquartal 2011 seinen Erholungskurs fortgesetzt. Umsatz und operatives Ergebnis legten in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kräftig zu. Der branchenübliche Verlust nach Steuern reduzierte sich. Mit seinen Zahlen übertraf die im
Dax (
DAX) notierte Gesellschaft überwiegend die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten. Die HeidelbergCement-Aktien legten im frühen Handel um 0,20 Prozent auf 50,45 Euro zu und waren damit schwächer als der Markt.
?Es ist uns bereits in einigen Märkten gelungen, Preiserhöhungen angesichts steigender Kosten für Energie und Rohstoffe durchzusetzen?, sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal. Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigte HeidelbergCement. Demnach peilt das Unternehmen Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) an.
ASIEN BOOMT WEITER
Von einem ein anhaltend starken Wachstum geht der Heidelberg-Chef weiterhin in Asien vor allem in China, Indonesien und Indien aus. Auch in Afrika rechnet er mit weiteren deutlichen Zuwächsen. Der Baustoffkonzern betreibt unter anderem in Tansania, Ghana und der Demokratischen Republik Kongo Produktionsanlagen. In den Krisenregionen wie Libyen ist HeidelbergCement nicht tätig.
In Nordamerika will das Unternehmen vor allem von den staatlichen US-Förderausgaben im Straßenbau profitieren. Zudem rechnet HeidelbergCement mit einer steigenden Nachfrage aus der kanadischen Rohstoffindustrie. Von einer deutlichen Erholung gehen die Heidelberger wegen der starken Wirtschaft vor allem in Deutschland und Skandinavien aus. Während der Konzern in Ungarn und Rumänien von einer anhaltend schwachen Entwicklung ausgeht, erwartet er eine steigende Nachfrage vor allem in Polen und Zentralasien.
KOSTEN IM BLICK
Trotz der weiteren Erholung an den Baustoffmärkten warnte Scheifele: "Für das Gesamtjahr gehen wir unverändert von einem steigenden Kosten- und Inflationsdruck aus.? Hinzukommen dürften steigende Personalkosten in reifen Märkten. Deshalb will der unter anderem mit Holcim aus der Schweiz und der französischen Lafarge konkurrierende Konzern weiter auf die Kostenbremse drücken.
Zudem will der Konzern die Verschuldung weiter senken. Der überwiegend aus der milliardenschweren Hanson-Übernahme stammende Schuldenberg betrug Ende Dezember 8,6 Milliarden Euro. Trotz seines Sparkurses will HeidelbergCement wie geplant in sein Geschäft investieren und die Zementkapazitäten in Wachstumsmärkten ausbauen. Im laufenden Jahr plant das Unternehmen neue Zementkapazitäten von mehr als sechs Millionen Tonnen pro Jahr.
UMSATZZUWACHS IM QUARTAL
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stieg der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) um 48 Prozent auf 253 Millionen Euro. Analysten waren im Schnitt von 236 Millionen Euro nach 171 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ausgegangen. Unter dem Strich stand ein Verlust nach Minderheiten in Höhe von 161 Millionen Euro nach einem Minus von 199 Millionen Euro im ersten Quartal 2010. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 2,602 Milliarden Euro. Zum Zuwachs trugen vor allem Asien und Afrika, aber auch Nord-, West- und Osteuropa bei. Der Zement- und Klinkerabsatz nahm um 14,4 Prozent auf 17,3 Millionen Tonnen zu./mne/wiz