08.11.2012 09:22
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ROUNDUP: HeidelbergCement bleibt zuversichtlich für 2012 - Sparkurs geht weiter

    HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im dritten Quartal vor allem von seinem strikten Sparkurs und Preiserhöhungen profitiert. Während Umsatz und operativer Gewinn deutlich zulegten, ging das Nettoergebnis nach Minderheiten aufgrund einer Einmalbelastung etwas zurück. Für das Gesamtjahr zeigte sich Unternehmenschef Bernd Scheifele am Donnerstag trotz der Abschwächung in Europa weiterhin optimistisch.

 

    "Die erreichte Verbesserung der Margen und die Senkung der Nettoverschuldung im dritten Quartal unterstreichen, dass wir auf einem guten Weg sind, unsere Ziele für das Jahr 2012 zu erreichen", sagte der HeidelbergCement-Chef bei Vorlage der Zahlen. Für 2012 peilt die Gesellschaft weiterhin Zuwächse beim Umsatz wie beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) an.

 

    Trotz aller Zuversicht warnte Scheifele: "Die makroökonomischen Risiken bleiben jedoch bedeutsam." Die Notwendigkeit der Länder, ihre Schulden abzubauen, dürfte das Absatzwachstum in den reifen Märkten auf absehbare Zeit dämpfen. Zudem habe HeidelbergCement den Margenverlust aufgrund gestiegener Energiekosten noch nicht aufgeholt. Deshalb will Scheifele seinen Sparkurs auch zukünftig unvermindert fortfahren und, wenn nötig, Kapazitäten anpassen. Zudem plant die im Dax (DAX) notierte Gesellschaft Preiserhöhungen bei Zement und Zuschlagsstoffen.

 

    Die HeidelbergCement-Aktie legte im frühen Handel um knapp 1,5 Prozent zu. Der Baustoffkonzern habe beim Umsatz im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten, sagte ein Händler. Außerdem äußerte sich der Konzern zuversichtlich über das weitere Wachstum vor allem im Asien-Pazifik-Raum sowie Afrika. Dass HeidelbergCement den Ausblick bestätigt habe, wertete der Experte ebenfalls positiv. Laut Analyst Marc Nettelbeck von der DZ Bank hingegen fielen die Umsätze im Rahmen der Erwartungen aus, operativ hingegen seien seine Prognosen übertroffen worden. "Beim Überschuss wurden die Schätzungen allerdings verfehlt, was negativ ist", fügte er an.

 

    Für West- und Nordeuropa hingegen erwartet der Konzern aufgrund des milden Winters im Vorjahr einen leichten Nachfragerückgang. Aber auch die Geschäfte in Großbritannien und Niederlanden liefen etwas schlechter. Dort habe HeidelbergCement bereits die Kapazitäten verringert, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Aufgrund einer schwächeren Nachfrage besonders in Polen und in der Tschechischen Republik rechnet der Konzern mit einem sinkenden Absatz in Osteuropa.

 

    Mit seinem Sparprogramm kommt HeidelbergCement besser voran als geplant. Bereits in den ersten neun Monaten sparte die Gesellschaft 241 Millionen Euro ein. Geplant waren 200 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2012. HeidelbergCement-Chef Scheifele hatte wegen höherer Kosten bei Vorlage der Gesamtjahreszahlen Mitte März das Einsparziel für den Zeitraum 2011 bis 2013 von 600 Millionen auf 850 Millionen Euro erhöht. Zudem plant der Konzern, weitere 150 Millionen Euro in der Logistik bis 2014 einzusparen.

 

    Auch die Nettoverschuldung soll weiter sinken, um vor allem eine bessere Bewertung bei den Ratingagenturen zu erhalten. Ende September betrug die Nettoverschuldung knapp 7,8 Milliarden Euro. Das waren 740 Millionen Euro weniger als Ende des dritten Quartals 2011. Trotz der Sparbemühungen will HeidelbergCement die Kapazitäten in den Schwellenländern weiter ausbauen.

 

    Im dritten Quartal sank der Gewinn nach Minderheiten leicht auf 259 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 268 Millionen Euro. Damit verfehlte HeidelbergCement etwas die Schätzungen der Analysten. Den Rückgang führte das Unternehmen auf eine einmalige Belastung im Finanzergebnis zurück. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) legte hingegen um 12 Prozent auf 874 Millionen Euro zu.

 

    Der Umsatz kletterte um 9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von einer guten Nachfrage in Asien, aber auch in Nordamerika. HeidelbergCement beschäftigte Ende September mit 53.729 Mitarbeiter, gut 600 weniger als noch vor einem Jahr./mne/ep/fbr

 

  

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