METZINGEN (dpa-AFX) - Der Modekonzern Hugo Boss (
HUGO BOSS vz) hat im dritten Quartal ungeachtet der Schuldenkrisen in Europa und den USA kräftig verdient. Dank der ungebremsten Nachfrage nach hochwertiger Mode und Accessoires legte der Konzern bei Umsatz und Gewinn zweistellig zu, wie Hugo Boss am Mittwoch mitteilte. An der
Börse kamen die Zahlen des vom Finanzinvestor Permira kontrollierten Unternehmens gut an. Die im
MDAX (
MDAX) notierten Vorzüge stiegen bis zum Mittag um 1,96 Prozent auf 66,17 Euro.
Dass sich aller Krisen zum Trotz noch immer genügend Verbraucher schöne, teure Dinge leisten, hatten bereits andere Hersteller von Luxusgütern wie der französische LVMH-Konzern (PMC-Sierra) oder der britische Modehersteller Burberry (Burberry Group) mit ihren Zahlen unter Beweis gestellt. Auch die gestiegenen Löhne und Rohstoffkosten konnten die Branche bislang gut wegstecken.
Bei Hugo Boss kletterte der Umsatz im dritten Quartal zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 615 Millionen Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit nahm um 24 Prozent auf 159,7 Millionen Euro zu und unter dem Strich stieg der Überschuss um 30 Prozent auf 119,7 Millionen Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten.
Besonders stark wächst der Metzinger Modehersteller mit seinem eigenen Einzelhandel. Der Umsatz mit Hugo Boss-Geschäften und -Outlets übertraf den des Vorjahres um 30 Prozent. Eigene Geschäfte zu haben, ist ungleich profitabler, weil Zwischenhändler wegfallen. Das Boss-Management betont aber auch immer wieder, dass es so auf die Kundenwünsche schneller reagieren kann. Den Produktionszyklus hat Hugo Boss inzwischen deutlich verkürzt, so dass Kollektionen schneller wechseln.
Um sich weniger abhängig vom europäischen Markt zu machen, expandiert der Konzern mit seinen Filialen vor allem in den USA und in Asien, wo er noch Nachholbedarf sieht. Ende September hatte Hugo Boss knapp 600 Läden weltweit.
Für das Gesamtjahr bestätigte Hugo Boss seine erst im Sommer angehobene Prognose. Danach soll der Konzernumsatz währungsbereinigt um 15 bis 17 Prozent steigen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll um 25 bis 30 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Im dritten Quartal legte es um 18 Prozent auf 177 Millionen Euro zu./she/fn/wiz