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19.04.2010 13:15

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ROUNDUP/IATA: Verluste der Fluggesellschaften nicht absehbar

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    PARIS (dpa-AFX) - Die Flugverbote wegen der Vulkanaschewolke über Europa hat die Gewinnpläne vieler Fluggesellschaften über den Haufen geworfen. Wie stark die Krise am Ende auf die Bilanzen durchschlägt, ist für den Internationalen Luftfahrtverband IATA aber noch nicht absehbar. "Konservativ geschätzt" fielen täglich Einnahmen von mehr als 200 Millionen US-Dollar (150 Mio Euro) weg, sagte IATA-Präsident Giovanni Bisignani am Montag in Paris. Die Zahlen bewegten sich aber in Richtung 250, 300 Millionen. Dazu kämen Mehrkosten für die Betreuung der Passagiere und das Umorganisieren der Flotte. "Die Wirkung auf die Ertragsrechnung ist noch nicht zu schätzen."

    Die Lage der Fluggesellschaften sei je nach Weltregion sehr unterschiedlich, sagte Bisignani. "Europa ist das schwächste Glied in der Kette." Schon vor der Vulkankrise habe die IATA für 2010 für die Anbieter aus Europa 2,2 Milliarden Dollar Verlust prognostiziert. Gezogen von China könnten die Asiaten dagegen mit 900 Millionen Dollar Gewinn rechnen. Auch Lateinamerika sei mit 800 Millionen Dollar profitabel, während die US-Airlines mit 1,8 Milliarden Dollar Verlust rechnen müssten.

KRÄFTIGER AUFSCHWUNG

    Weltweit addierten sich die prognostizierten Verluste ohne die Vulkankrise auf 2,8 Milliarden Dollar. Man erlebe aber einen kräftigen Aufschwung, sagte Bisignani. 2009 seien noch 9,4 Milliarden Dollar Verlust angefallen. In diesem Jahr würden (vor der Vulkankrise) 100 Millionen Passagiere mehr erwartet als 2009. Weil auch das Luftfrachtgeschäft sich gut erhole, hätten die Umsätze von 479 auf 522 Milliarden Dollar steigen sollen.

    Nach der Wiederöffnung der Lufträume werde die Vulkankrise schnell überwunden werden, sagte Bisignani. Anders als nach den Anschlägen vom 11. September gebe es keine lähmende Vertrauenskrise. "Es würde optimistisch geschätzt zwischen drei und sechs Tage dauern, bis sich der Flugverkehr normalisiert."

TEURER SPRIT ALS GEFAHR

    Gefährdet werden die Ergebnisprognosen allerdings auch von der Verteuerung der Treibstoffe. Die IATA bei der Annahme eines Ölpreises von 79 Dollar je Barrel "etwas optimistisch". Derzeit koste das Fass 85 Dollar.

    Die Vulkankrise gefährdet laut Bisignani vor allem kleine Fluggesellschaften mit Problemen bei der Liquidität. Allerdings sei die ganze Branche in der Wertschöpfungskette in einer schwierigen Lage. "Alle machen Geld, nur wir nicht", sagte er. "Wir können kein normales Geschäft betreiben." Mit der Privatisierung der Flughäfen habe man private Monopole geschaffen, die sich Margen von 50 Prozent und mehr genehmigten. "Deshalb sind die Kosten außer Kontrolle." Die Marktregulierer müssten das fair regeln.

PLÄDOYER FÜR FUSIONEN

    Außerdem sei der Luftverkehr von Staatsverträgen abhängig, sagte Bisignani. "Wir können nicht hingehen, wo der Markt ist", zum Beispiel nach China. Selbst transatlantische Zusammenschlüsse seien nicht möglich. "Wir haben zu viele Fluggesellschaften", sagte Bisignani. Die IATA vertrete 230 bis 240 Unternehmen. In Europa sei eine regionale Konsolidierung jetzt möglich. Air France-KLM habe beim Zusammenschluss mit KLM neue Wege aufgezeigt, und die Lufthansa (Deutsche Lufthansa) sei dem gefolgt. "Alle Beispiele waren sehr positiv für die Unternehmen, die Verbraucher, alle", sagte Bisignani./hn/DP/stw

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