ROUNDUP: Issing-Kommission wirbt für globale Kontrolle systemischer Risiken
Die seit Sommer 2007 tobende Finanzmarktkrise habe offenbart, dass zum Beispiel zu wenig darauf geachtet worden sei, dass sich die Portfolios vieler Banken sehr ähnlich geworden seien, sagte Krahnen. Somit könne zwar jedes Institut für sich stabil sein, wenn es aber an einer Stelle des Systems Probleme gebe - wie zu Beginn der Krise auf dem US-Häusermarkt - seien davon gleich sehr viele Akteure betroffen, erläuterte der Experte. "Es ist nie an den Ernstfall gedacht worden, obwohl man seit Jahren über systemische Risiken spricht."
SYSTEMISCHE RISIKOKONTROLLE
Die Risikolandkarte solle einen "grundsätzlichen Zugang zu systemischer Risikokontrolle" bieten mit dem Ziel "tektonische Bewegungen im Finanzmarkt zu erkennen", erläuterte Krahnen. "Ein Großteil der Daten ist da, aber sie sind niemandem zugänglich gemacht, die Staaten behalten sie national für sich."
Vom Treffen der wichtigsten Industriestaaten und der Schwellenländer (G20) am 2. April in London erhofft sich Krahnen Schritte in dieser Richtung. Er mahnte, die Krise zu wirklicher Veränderung zu nutzen: "Ich glaube, was jetzt vertagt wird, wird weitgehend nicht mehr aufgegriffen."
Natürlich müsse "auch an den Anreizen ordentlich gedreht werden", sagte Krahnen mit Bezug auf Bonussysteme für Banker: "Viele der Gewinne, die in den letzten Jahren ausgeschüttet wurden, sind eigentlich Risikoprämien, die nicht hätten ausgeschüttet werden dürfen." / jb/DP/js


