19.11.2012 13:33
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Jedes vierte Unternehmen plant Stellenabbau

    BERLIN (dpa-AFX) - Der Konjunkturabschwung bei den EU-Nachbarn könnte bald auch den deutschen Arbeitsmarkt treffen. 28 Prozent der deutschen Unternehmen planen nach eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im kommenden Jahr einen Stellenabbau. Lediglich 20 Prozent wollen neue Arbeitsplätze schaffen, die übrigen erwarten eine stabile Personalzahl, wie das Institut am Montag berichtete.

 

    "Die insgesamt negativen Beschäftigungsaussichten in Deutschland zeigen sich in allen Wirtschaftsbereichen", sagte IW-Direktor Michael Hüther in Berlin. Sinkende Exportaussichten führten vor allem in der Industrie zu vorsichtiger Planung. In diesem Sektor erwartete gut 30 Prozent der Unternehmen im Jahr 2013 weniger Arbeitsplätze. Besser sehe es bei den Dienstleistern aus. Dort wollten zwar 27 Prozent Stellen abbauen, aber immerhin 23 Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigen, sagte Hüther.

 

    Die deutsche Wirtschaft bewegt sich nach seinen Worten derzeit "am Rand der Stagnation". Erstmals seit dem Frühjahr 2009 erwarten laut Umfrage mehr Firmen für das kommende Jahr einen Rückgang der Produktion als einen Anstieg. 24 Prozent rechnen mit einem Plus, 28 Prozent mit einem Minus und 48 Prozent mit gleichbleibenden Werten.

 

    Das IW geht für 2013 von 0,75 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland aus. "Das gilt unter der Grundannahme, dass die Staatsschuldenkrise in Europa nicht eskaliert", sagte Hüther. Die Umfrageergebnisse zeigten eine "sehr große Verunsicherung". Während die Unternehmen die momentane Lage durchweg positiv beurteilten, hätten sie ihre Erwartungen deutlich gesenkt.

 

    Dementsprechend wollen 28 Prozent der befragten Firmen im nächsten Jahr weniger investieren und nur 23 Prozent mehr. Das größte Kopfzerbrechen bereitet den Unternehmen laut Umfrage die unsichere Absatzlage im Euroraum. 56 Prozent der Firmen, die wegen der Schuldenkrise weniger investieren wollen, nannten dies als Grund. An der Herbstumfrage des arbeitgebernahen IW beteiligten sich rund 2300 Unternehmen./brd/DP/jkr

 

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX um Nulllinie -- Pleitegeier kreist über Athen - Akute Finanzprobleme -- Deutschland: Produktion legt zu -- SAP will mehr als 2000 Stellen streichen -- Commerzbank im Fokus

Akute Finanzprobleme in Athen. Konzernumbau: SAP will mehr als 2000 Stellen streichen. Jungheinrich schließt 2014 mit Rekordergebnissen ab. Symrise muss sich neuen Finanzvorstand suchen. Banken-Stresstest: Fed sieht Finanzriesen für Krisen gewappnet. Deutsche Bank weist von der Fed geforderte Kernkapitalquote auf.
Wer besitzt wieviel Vermögen?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Unternehmen werden die meisten Jobs streichen

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Zertifikats? Welcher der fünf folgenden Risikoklassen (RK) würden Sie sich persönlich zuordnen?