HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Kabelnetzbetreiber Kabel-BW hat im ersten Quartal ein kräftiges Plus bei den Breitbandkunden verbucht. Die Zahl der Internet/Telefon-Kunden sei um 33.000 auf nun 272.500 gewachsen, teilte die Gesellschaft am Dienstag in Heidelberg mit. Das in Baden-Württemberg aktive Unternehmen rüstet derzeit sein TV-Kabelnetz auf, um seinen Kunden schnelle Internetzugänge und Telefondienste anbieten zu können. Kabel-BW tritt damit verstärkt in Konkurrenz zu den DSL-Anbietern Deutsche Telekom , Telefonica und Arcor.
Von den insgesamt 2,3 Millionen TV-Kunden nutzten nun 12 Prozent die Bündelangebote des Unternehmens, sagte Vorstandschef Klaus Thiemann der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Mit dem Kundenzuwachs setzt sich das Unternehmen von anderen Kabelnetzbetreibern wie Kabel Deutschland oder Unitymedia ab, die ein geringeres Wachstum ausweisen. Thiemann führte dies darauf zurück, dass drei Viertel der Einwohner Baden-Württembergs in ländlichen Regionen leben. "Da sind die Wettbewerber nicht vertreten und die Telekom kommt nur auf eine geringe Bandbreite."
UNGEBROCHENER KUNDENZUSPRUCH ERWARTET
Der Manager rechnet daher für den weiteren Jahresverlauf mit einem ungebrochenen Kundenzuspruch. Im Gesamtjahr würden insgesamt 140.000 neue Nutzer unter Vertrag genommen, sagte er. Der Anteil am Neukundengeschäft liege damit bei rund 25 Prozent. Thiemann bekräftigte, dass die Gesellschaft auch in diesem Jahr kräftig investieren werde. Geplant seien Ausgaben in Höhe von rund 150 Millionen Euro. "Zum Ende des Jahres werden wir dann mit unserem internetfähigem Netz eine Abdeckung von 98 Prozent erreichen", sagte er.
Thiemann, der die Führung von Kabel BW im Laufe dieses Jahres abgeben wird, rechnet noch bis 2010 für die Branche mit einem ungebrochenen Wachstum. "Bis dahin liegt der Fokus auf Neukundengewinnung und Kunden binden." Nach 2010 werde es darum gehen, Kunden bei Wettbewerbern zu gewinnen.
Um die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga will sich das vom schwedischen Finanzinvestor EQT kontrollierte Unternehmen nicht bemühen. "Wir werden die Bundesliga zeigen. Bieten werden wir dafür aber nicht", sagte Thiemann. Kabel-BW wolle nicht in Konkurrenz zu seinen Senderkunden treten./mur/tw