30.03.2013 17:04
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ROUNDUP: Kardinal Woelki fordert höhere Steuern für Reiche

    BERLIN (dpa-AFX) - Berlins Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hat in einem Interview eine stärkere Besteuerung der Reichen gefordert und übertrieben hohe Managergehälter kritisiert. "Es kann nicht sein, dass nur etwa zehn Prozent der reichsten deutschen Haushalte 58 Prozent des Privatvermögens besitzen", sagte Woelki dem "Tagesspiegel" (Sonntag). Solch ein stärkerer Zugriff lasse sich "beispielsweise über die Erbschaftssteuer" realisieren.

    Woelki sprach sich auch gegen die häufig kritisierte Höhe der Managergehälter aus. "Früher konnten Manager gut von 500 000 Euro Jahreseinkommen leben, ohne dass sie Hunger leiden mussten. Ich kann nicht nachvollziehen, dass es heute zwei, drei und fünf Millionen Euro sein müssen", sagte er dem Blatt. Das stehe "in keinem Verhältnis mehr zur Leistung oder zu anderen Einkommen".

    Im "Tagesspiegel" forderte Woelki zudem die katholische Kirche in Deutschland dazu auf, sich kritischer mit dem eigenen Reichtum auseinanderzusetzen. "Wo wir als Kirche - wie in Deutschland - Vermögen, Gebäude und Grundstücke besitzen, dürfen sie nur dazu dienen, unseren Auftrag wahrzunehmen, und dazu gehört die Sorge um sozial benachteiligte Menschen", sagte er.

    Kirchen oder Kunstschätze aus den Vatikanischen Museen könnten zwar nicht einfach aufgegeben oder verkauft werden. Besitz dürfe aber "nie zum Selbstzweck werden", sagte Woelki. Entscheidend sei, wofür die Kirche ihr Geld einsetze./sow/DP/zb

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