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12.10.2009 18:17

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ROUNDUP: Konzern kippt Pläne für Kohlekraftwerk in Emden


    EMDEN/FREDERICIA (dpa-AFX) - Der dänische Energiekonzern Dong Energy lässt seine umstrittenen Pläne für ein Kohlekraftwerk im ostfriesischen Emden fallen. Hauptgrund sei die Wirtschafts- und Finanzkrise, sagte ein Dong-Sprecher am Montag in Fredericia (Dänemark). Angesichts sinkender Nachfrage und fallender Preise bei der Energieerzeugung wolle der Konzern seine Kapitalstruktur straffen, Investitionen zurückfahren und die erneuerbaren Energien ausbauen.

    Die Bürgerinitiative "Saubere Luft Ostfriesland" begrüßte die Entscheidung. "Das ist ein Riesenerfolg für uns, unsere Kinder, unsere Landschaft und das Klima, dem so jährlich neun Millionen Tonnen CO2 erspart bleiben", sagte Sprecherin Susanne Gersema. Die Umweltorganisation BUND sprach von einem "Sieg für den Klimaschutz".

STADT HÄLT SCHRITT FÜR NACHVOLLZIEHBAR

    Ein Sprecher der Stadt Emden sagte, der Schritt von Dong sei aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbar. Die Stadt wolle aber in dem Gebiet den Hafenbau vorantreiben. Im Landesraumordnungsprogramm sei der Standort für ein Kraftwerk reserviert. Der Rat der Stadt habe sich in einer Resolution gegen ein Kohlekraftwerk und für ein Gaskraftwerk ausgesprochen. Die Grünen forderten, über den Bebauungsplan ein Kohlekraftwerk weiter zu verhindern.

    Dieses Ziel will auch die Bürgerinitiative verfolgen, damit andere mögliche Investoren keine Chance hätten, sagte Gersema. Die Initiative wolle außerdem gegen Kohlekraftwerks-Pläne im niederländischen Eemshaven vorgehen.  

ABLEHNUNG AUS DER REGION

    Der geplante Bau des 1600-Megawatt-Kohlekraftwerks an der Emsmündung war in der Region auf große Ablehnung gestoßen. Im Mai hatten mehrere 1.000 Menschen gegen das Projekt protestiert. Die Bürgerinitiative sammelte 11.000 Unterschriften. Sie sollen demnächst an Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) übergeben werden. Dies soll ihn an sein Versprechen erinnern, einen Kraftwerksbau nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, sagte Gersema.

    Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich Mitte August in Emden zwar grundsätzlich für Kohlekraftwerke ausgesprochen, um so den Ausstieg aus der Kernenergie zu ermöglichen. Ein modernes Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung sei in Emden aber nicht geplant. Daher sei er gegen diesen Standort./wö/DP/dct

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