HAMBURG (dpa-AFX) - Beim Nivea-Hersteller
Beiersdorf hat der verschärfte Sparkurs im vergangenen Jahr den Gewinn geschmälert. Unter dem Strich sank das Ergebnis nach Steuern von 326 Millionen auf 259 Millionen Euro, wie der Konsumgüterkonzern am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Im Wettbewerb mit starken Gegenspielern wie L'Oreal (
LOréal) oder Procter & Gamble (
ProcterGamble)
hatte sich der Konzern zuletzt verzettelt. Der scheidende Vorstandschef Thomas Quaas sah sich deshalb gezwungen, gegenzusteuern und den Konzern auf seine Kernkompetenz zurückzustutzen: die Hautpflege.
In der Folge des Ende 2010 angekündigten Konzernumbaus sank das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) nach ersten Berechnungen von 699 Millionen auf 646 Millionen Euro. Der Konzernumsatz legte im Vergleich zum Vorjahr leicht von 5,57 Milliarden auf 5,63 Milliarden Euro zu. Verantwortlich für den Zuwachs war die Klebertochter Tesa, die von der stark wachsenden Elektronikindustrie in Asien und der Autonachfrage in den USA profitieren konnte.
AKTIE SCHIESST IN DIE HÖHE
An der Börse kamen die vorläufigen Zahlen gut an. Die im Dax (DAX) geführte Aktie schoss um fast fünf Prozent auf 45,95 Euro in die Höhe. Analysten hatten mehrheitlich mit einem stärkeren Ergebnisrückgang gerechnet. Die Pflegesparte sei profitabler als erwartet, schrieb beispielsweise die DZ Bank. Der Investmentbank Equinet zufolge wurden im vierten Quartal zudem weniger Sonderaufwendungen verbucht als angenommen.
Beiersdorf hatte Ende November noch einmal für Unruhe gesorgt, als der Konzern mitteilte, dass die bislang gestarteten Umbaumaßnahmen nicht ausreichen. Die Hamburger hatten bereits ihr Sortiment zusammengestrichen und Randbereiche wie die dekorative Kosmetik aufgegeben. Im Gegenzug wurde mit großem Werbeaufwand in die Stammmarke Nivea investiert.
NACHBESSERN BEIM KONZERNUMBAU
Gerade in Europa läuft das Geschäft aber immer noch nicht wie gewünscht. Auch in China gibt es Verbesserungsbedarf. Beiersdorf hatte dort vor einigen Jahren die Haarpflegemarke C-Bons gekauft, deren Wert aber inzwischen zum Großteil abgeschrieben werden musste. Dass der Umsatz der Pflegesparte 2011 mit 4,7 Milliarden Euro dennoch das Vorjahresniveau halten konnte, ging vor allem auf Wachstumsregionen wie Lateinamerika oder Russland zurück.
Beiersdorf will fortan sein Geschäft stärker regional steuern. Die Zentrale in Hamburg soll nur noch die strategische Richtung vorgeben. In der Folge fallen weltweit bis zu 1.000 der insgesamt rund 18.000 Stellen weg. In Deutschland werden bis zu 230 Arbeitsplätze gekappt. Der Umbau der Zentrale soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Die endgültigen Bilanzzahlen und den Ausblick auf das laufende Jahr veröffentlicht Beiersdorf am 1. März./she/jha/tw