AUGSBURG (dpa-AFX) - Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka sitzt auf vollen Auftragsbüchern und gibt sich trotz Schuldenkrise zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr. Den im August erhöhten Ausblick für das Geschäftsjahr bestätigte das Unternehmen. Den Blick auf das nächste Jahr riskiert Kuka aber angesichts der Unsicherheiten noch nicht. "Für eine Prognose 2012 ist es zu früh", hieß es.
Der Auftragseingang habe bereits nach neun Monaten vor allem dank einer starken Nachfrage aus der Automobilindustrie das Niveau des gesamten Vorjahres übertroffen, teilte Kuka am Mittwoch in Augsburg mit. Die EBIT-Marge sei erstmalig auf Konzernebene über fünf Prozent gesprungen. "Kuka profitiert vom langfristigen Trend zur roboterbasierten Automation - nicht nur in den Industrieländern, sondern verstärkt auch in den Schwellenländern", sagte Konzernchef Till Reuter. In den Bric-Staaten sieht das Unternehmen verstärkt Wachstumschancen, derzeit setzt Kuka hier 18 Prozent um.
Zu Handelsauftakt kletterte die Aktie mit plus 5 Prozent deutlich: Zuletzt lag das Papier bei rund 3 Prozent klar besser als der Markt, der ins Minus drehte. Die Quartalsbilanz hat Händlereinschätzungen zufolge sehr positiv überrascht. Bei allen Kennziffern übertraf Kuka die Erwartungen der Analysten deutlich. Den Ausblick halten Marktbeobachter sogar für eher konservativ.
Der Wachstumstrend sei ungebrochen. Der Auftragseingang im Oktober sei solide gewesen. "In diesem Geschäftsjahr wollen wir wieder dividendenfähig werden", sagte Reuter auf einer Telefonkonferenz weiter. Ob es eine Ausschüttung geben wird, sei noch nicht entschieden. Zuletzt hatte Kuka für 2007 eine Dividende von einem Euro gezahlt.
Im dritten Quartal kletterte der Umsatz um 35 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 369 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 8,3 auf 19,2 Millionen Euro. Unterm Strich standen mit neun Millionen Euro wieder schwarze Zahlen nach einem Minus von 0,2 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Auftragseingänge stiegen um ein Fünftel auf 378,4 Millionen Euro. Beide Geschäftsbereiche legten kräftig zu: Robotics erzielte dabei im dritten Quartal mit 165,6 Millionen Euro Umsatz einen neuen Rekordwert, der fast 40 Prozent über dem Vorjahresquartal lag. Auch im Geschäftsbereich Systems lagen die Umsatzerlöse mit 208,0 Millionen Euro ein Fünftel über Vorjahr.
Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet Kuka Umsatzerlöse von mindestens 1,2 Milliarden Euro und geht unter Annahme unveränderter Rahmenbedingungen davon aus, rund 1,35 Milliarden Euro erreichen zu können. Gleichzeitig werde eine EBIT-Marge von mindestens fünf Prozent erwartet./stk/fn/kja