DAX8.3980,3%  Dow15.3540,8%  Euro1,2841-0,4% 
ESt502.8180,4%  Nas3.4991,0%  Öl104,70,0% 
TDax967,5-0,3%  Nikkei15.1380,7%  Gold1.360-1,9% 

18.11.2012 14:06

Senden

ROUNDUP/Lufthansa-Chef Franz: Politik missbraucht uns als Goldesel

Deutsche Lufthansa zu myNews hinzufügen Was ist das?


    FRANKFURT (dpa-AFX) - Lufthansa (Deutsche Lufthansa)-Chef Christoph Franz hat der Politik vorgeworfen, die Luftverkehrsbranche schwer zu beschädigen. Inzwischen gebe es in Deutschland keine Passagier-Fluggesellschaft mehr, die Gewinn mache, sagte Franz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir werden nicht mehr als Wachstumsmotor für die Volkswirtschaft gesehen, sondern als Goldesel zur Abgabe von Steuern, als Emittent von Treibhausgasen und als Lärmquelle", klagte er. Hilfe wünscht sich Lufthansa bei der Auseinandersetzung mit Spartengewerkschaften wie UFO, die mit Streiks ganze Industrien blockieren könnten. "Da muss der Gesetzgeber aktiv werden, etwa Zwangsschlichtungen vorschreiben", sagte Franz.

 

    Zu kolportierten Kooperationspläne mit Turkish Airlines sagte der Lufthansa-Chef, man sei permanent in Gesprächen über Möglichkeiten von Kooperationen. Ob sich daraus noch mehr entwickele, werde sich zeigen. Lufthansa sei aber nicht in Zugzwang, Anlehnung an eine Fluggesellschaft zu suchen.

 

    Der Politik warf Franz vor, deutsche Airlines würden im Wettbewerb massiv behindert, weil die Bundesrepublik eine Luftverkehrssteuer erlassen habe. Dabei zählten zu ihren gefährlichsten Gegnern "sehr aggressive staatliche Gesellschaften aus der Golfregion", die mit günstigeren Preisen europäische Airlines in ihren Heimatmärkten angriffen. "Sie können das auch, weil die Politiker ihrer Heimatländer die Airlines als das begreifen, was sie sind: Chancen für mehr Wohlstand."

 

    In Deutschland erschwerten dagegen Standortbedingungen wie Nachtflugverbote und hohe Kosten an Flughäfen das Geschäft, zudem müssten EU-Airlines im Gegensatz zur Konkurrenz für Emissionsrechte bezahlen. Der hessischen CDU/FDP-Regierung warf er vor, dass sie sich - trotz der Bedeutung der Luftfahrt für das Land - nicht stärker gegen die Luftverkehrsabgabe engagiere.

 

    Vor dem Hintergrund der jüngsten Tarifauseinandersetzung warnte Franz davor, dass auch in anderen Branchen künftig Spartengewerkschaften ihre Macht ausspielten könnten. So habe sich jüngst eine Feuerwehrgewerkschaft gegründet. "Eine solche Gewerkschaft kann ganze Industriekomplexe lahmlegen, wenn sie schlagkräftig genug wird. "Es ist immer der gleiche Typus von Gewerkschaften, der neu auftritt: spezielle Berufsgruppen mit einem gewaltigen Hebel." Er forderte unter anderem, Streiks nur zu erlauben, wenn ein Mindestprozentsatz der Belegschaft zustimme. Der erste Streik der rund 18.000 Lufthansa-Flugbegleiter hatte das Unternehmen, das in diesem Jahr einen operativen Verlust verbuchen wird, im Sommer 33 Millionen Euro gekostet.

 

    Mit Blick auf den kürzlich erzielten Tarifabschluss sagte Franz, die Vorteile aus unternehmerischer Sicht seien neben langen Laufzeiten günstigere Vergütungsstrukturen für neues Personal und andere Vereinbarungen, die bei der Steigerung der Produktivität helfen. "Wir müssen zwingend profitabler werden", sagte er. Das Unternehmen wolle mehr als 160 neue Maschinen anschaffen, was 17 Milliarden Euro koste. Zudem müsse die Lufthansa 2012 wegen gestiegener Kosten über eine Milliarde Euro mehr für Treibstoff ausgeben als 2011.

 

    Nach dem von Schlichter Bert Rürup auf den Weg gebrachten Tarifvertrag muss die Lufthansa zwar zunächst 33 Millionen Euro an Personalkosten draufzahlen, doch langfristig bringt der neue Kabinen-Tarifvertrag strukturelle Kostenvorteile und hilft Franz beim Sparen. So starten neue Flugbegleiter ab 2013 zwar mit höheren Tarifgehältern, können dafür aber nie die Gehälter der Alt-Lufthanseaten erreichen. Die bestehende Tarifstruktur wurde kräftig umgestülpt. Altgediente Stewards konnten zwar ihre Besitzstände verteidigen, bekommen aber von der durchschnittlich auf 4,6 Prozent inklusive der Einmalzahlungen berechneten Tarifsteigerung kaum etwas ab./jes/DP/jha

 

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 

Nachrichten zu Deutsche Lufthansa AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • Sprache:
  • Alle
  • DE
  • EN
  • Sortieren:
  • Datum
  • meistgelesen
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Monats in dieser Kategorie verfügbar
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
15.05.13Deutsche Lufthansa kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
14.05.13Deutsche Lufthansa kaufenCommerzbank AG
13.05.13Deutsche Lufthansa kaufenMorgan Stanley
08.05.13Deutsche Lufthansa kaufenHSBC
07.05.13Deutsche Lufthansa kaufenCommerzbank AG
15.05.13Deutsche Lufthansa kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
14.05.13Deutsche Lufthansa kaufenCommerzbank AG
13.05.13Deutsche Lufthansa kaufenMorgan Stanley
08.05.13Deutsche Lufthansa kaufenHSBC
07.05.13Deutsche Lufthansa kaufenCommerzbank AG
03.05.13Deutsche Lufthansa haltenS&P Equity Research
02.05.13Deutsche Lufthansa haltenNational-Bank AG
24.04.13Deutsche Lufthansa haltenBankhaus Lampe KG
05.04.13Deutsche Lufthansa haltenBarclays Capital
18.03.13Deutsche Lufthansa haltenS&P Equity Research
03.05.13Deutsche Lufthansa verkaufenIndependent Research GmbH
29.04.13Deutsche Lufthansa verkaufenIndependent Research GmbH
18.03.13Deutsche Lufthansa verkaufenIndependent Research GmbH
15.03.13Deutsche Lufthansa verkaufenequinet AG
14.03.13Deutsche Lufthansa verkaufenequinet AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Lufthansa AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

AKTIEN IN DIESEM ARTIKEL

ANZEIGE

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

ANZEIGE

Die 5 beliebtesten Top-Rankings






Wie lange halten Sie Ihre Zertifikate durchschnittlich in Ihrem Depot?
mehrere Jahre
mehrere Monate bis zu einem Jahr
wenige Wochen
ein paar Tage
ich handele intraday
 Abstimmen