18.11.2012 14:06
Bewerten
 (0)

ROUNDUP/Lufthansa-Chef Franz: Politik missbraucht uns als Goldesel

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Lufthansa (Deutsche Lufthansa)-Chef Christoph Franz hat der Politik vorgeworfen, die Luftverkehrsbranche schwer zu beschädigen. Inzwischen gebe es in Deutschland keine Passagier-Fluggesellschaft mehr, die Gewinn mache, sagte Franz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir werden nicht mehr als Wachstumsmotor für die Volkswirtschaft gesehen, sondern als Goldesel zur Abgabe von Steuern, als Emittent von Treibhausgasen und als Lärmquelle", klagte er. Hilfe wünscht sich Lufthansa bei der Auseinandersetzung mit Spartengewerkschaften wie UFO, die mit Streiks ganze Industrien blockieren könnten. "Da muss der Gesetzgeber aktiv werden, etwa Zwangsschlichtungen vorschreiben", sagte Franz.

 

    Zu kolportierten Kooperationspläne mit Turkish Airlines sagte der Lufthansa-Chef, man sei permanent in Gesprächen über Möglichkeiten von Kooperationen. Ob sich daraus noch mehr entwickele, werde sich zeigen. Lufthansa sei aber nicht in Zugzwang, Anlehnung an eine Fluggesellschaft zu suchen.

 

    Der Politik warf Franz vor, deutsche Airlines würden im Wettbewerb massiv behindert, weil die Bundesrepublik eine Luftverkehrssteuer erlassen habe. Dabei zählten zu ihren gefährlichsten Gegnern "sehr aggressive staatliche Gesellschaften aus der Golfregion", die mit günstigeren Preisen europäische Airlines in ihren Heimatmärkten angriffen. "Sie können das auch, weil die Politiker ihrer Heimatländer die Airlines als das begreifen, was sie sind: Chancen für mehr Wohlstand."

 

    In Deutschland erschwerten dagegen Standortbedingungen wie Nachtflugverbote und hohe Kosten an Flughäfen das Geschäft, zudem müssten EU-Airlines im Gegensatz zur Konkurrenz für Emissionsrechte bezahlen. Der hessischen CDU/FDP-Regierung warf er vor, dass sie sich - trotz der Bedeutung der Luftfahrt für das Land - nicht stärker gegen die Luftverkehrsabgabe engagiere.

 

    Vor dem Hintergrund der jüngsten Tarifauseinandersetzung warnte Franz davor, dass auch in anderen Branchen künftig Spartengewerkschaften ihre Macht ausspielten könnten. So habe sich jüngst eine Feuerwehrgewerkschaft gegründet. "Eine solche Gewerkschaft kann ganze Industriekomplexe lahmlegen, wenn sie schlagkräftig genug wird. "Es ist immer der gleiche Typus von Gewerkschaften, der neu auftritt: spezielle Berufsgruppen mit einem gewaltigen Hebel." Er forderte unter anderem, Streiks nur zu erlauben, wenn ein Mindestprozentsatz der Belegschaft zustimme. Der erste Streik der rund 18.000 Lufthansa-Flugbegleiter hatte das Unternehmen, das in diesem Jahr einen operativen Verlust verbuchen wird, im Sommer 33 Millionen Euro gekostet.

 

    Mit Blick auf den kürzlich erzielten Tarifabschluss sagte Franz, die Vorteile aus unternehmerischer Sicht seien neben langen Laufzeiten günstigere Vergütungsstrukturen für neues Personal und andere Vereinbarungen, die bei der Steigerung der Produktivität helfen. "Wir müssen zwingend profitabler werden", sagte er. Das Unternehmen wolle mehr als 160 neue Maschinen anschaffen, was 17 Milliarden Euro koste. Zudem müsse die Lufthansa 2012 wegen gestiegener Kosten über eine Milliarde Euro mehr für Treibstoff ausgeben als 2011.

 

    Nach dem von Schlichter Bert Rürup auf den Weg gebrachten Tarifvertrag muss die Lufthansa zwar zunächst 33 Millionen Euro an Personalkosten draufzahlen, doch langfristig bringt der neue Kabinen-Tarifvertrag strukturelle Kostenvorteile und hilft Franz beim Sparen. So starten neue Flugbegleiter ab 2013 zwar mit höheren Tarifgehältern, können dafür aber nie die Gehälter der Alt-Lufthanseaten erreichen. Die bestehende Tarifstruktur wurde kräftig umgestülpt. Altgediente Stewards konnten zwar ihre Besitzstände verteidigen, bekommen aber von der durchschnittlich auf 4,6 Prozent inklusive der Einmalzahlungen berechneten Tarifsteigerung kaum etwas ab./jes/DP/jha

 

Nachrichten zu Deutsche Lufthansa AG

  • Relevant6
  • Alle+
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Lufthansa AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
16.02.2017Deutsche Lufthansa ReduceCommerzbank AG
15.02.2017Deutsche Lufthansa VerkaufenDZ BANK
07.02.2017Deutsche Lufthansa buySociété Générale Group S.A. (SG)
03.02.2017Deutsche Lufthansa buyOddo Seydler Bank AG
02.02.2017Deutsche Lufthansa ReduceCommerzbank AG
07.02.2017Deutsche Lufthansa buySociété Générale Group S.A. (SG)
03.02.2017Deutsche Lufthansa buyOddo Seydler Bank AG
18.11.2016Deutsche Lufthansa buyOddo Seydler Bank AG
03.11.2016Deutsche Lufthansa kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
21.10.2016Deutsche Lufthansa buyCitigroup Corp.
27.01.2017Deutsche Lufthansa HoldHSBC
17.01.2017Deutsche Lufthansa Equal weightBarclays Capital
10.01.2017Deutsche Lufthansa Equal weightBarclays Capital
01.12.2016Deutsche Lufthansa HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
29.11.2016Deutsche Lufthansa NeutralUBS AG
16.02.2017Deutsche Lufthansa ReduceCommerzbank AG
15.02.2017Deutsche Lufthansa VerkaufenDZ BANK
02.02.2017Deutsche Lufthansa ReduceCommerzbank AG
31.01.2017Deutsche Lufthansa SellGoldman Sachs Group Inc.
27.01.2017Deutsche Lufthansa SellGoldman Sachs Group Inc.
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Lufthansa AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX im Minus -- Dow stabil -- Rocket Internet: Großaktionär reduziert Beteiligung -- Tesla-Chef zieht Kapitalerhöhung in Erwägung -- STADA erhält verbindliche Offerte von Advent -- Apple im Fokus

US-Finanzminister: Steuerreform kommt noch vor der Sommerpause. GERRY WEBER rechnet erneut mit Umsatz-Minus. Analysten glauben: Diese Firma könnte Warren Buffett als nächstes übernehmen. Glencore schafft den Sprung in die Gewinnzone. RWE-Aktie fällt - Abstufung durch Merrill Lynch belastet. AIXTRON geht 2017 von höherem Verlust aus.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Positionen von Warren Buffett
Jetzt durchklicken
Jetzt durchklicken
Welche Airline schneidet am besten ab?
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Wertpapiere besitzen Sie?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
TeslaA1CX3T
Apple Inc.865985
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Wirecard AG747206
Allianz840400
CommerzbankCBK100
Deutsche Telekom AG555750
Rocket Internet SEA12UKK
BayerBAY001
E.ON SEENAG99
BASFBASF11
BMW AG519000
Infineon Technologies AG623100