NEW YORK (dpa-AFX) - Die Deutsche Lufthansa<LHA.ETR> dringt in den USA auf weitreichendere Beteiligungsmöglichkeiten an amerikanischen Fluggesellschaften. Die geltenden Grenzen für eine Beteiligung seien nicht verständlich, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Bei einem Treffen mit US-Verkehrsminister Raymond LaHood sprach er sich am Dienstag in Washington für eine Aufhebung der Beschränkungen aus.
Bei den Gesprächen ging es auch um Umweltfragen und einheitliche Sicherheitskontrollen in Europa und den Vereinigten Staaten. "Ich erwarte jetzt nicht gleich konkrete Ergebnisse", hatte Mayrhuber im Vorfeld betont. Bei dem Treffen sei es dann auch zunächst um einen Austausch von Ideen und Meinungen gegangen.
AUFSTOCKUNG BEI JETBLUE MITTELFRISTIG EINE PERSPEKTIVE
Die Lufthansa ist mit knapp 20 Prozent am gehobenen amerikanischen Billigflieger JetBlue <JBLU.NAS> <JAW.FSE> beteiligt. Eine Aufstockung sei mittelfristig durchaus eine Perspektive, bekräftigte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. "Momentan haben wir das aber nicht vor."
Wichtige Voraussetzung für eine größeres Engagement der Lufthansa sind andere Beteiligungsregeln: Ausländische Investoren dürfen in den USA maximal 24,9 Prozent der Stimmrechte einer Fluggesellschaft halten. Ohne zusätzliche Stimmrechte können sie bis zu 49,9 Prozent erwerben. An einer reinen Finanzbeteiligung ist die Lufthansa aber nicht interessiert.
LUFTHANSA ERWARTET EU-GENEHMIGUNG FÜR NORDAMERIKA-ALLIANZ
Der deutsche Branchenprimus rechnet unterdessen fest mit einer Genehmigung der EU für seine neue Nordamerika-Allianz. Die EU-Kartellbehörden prüfen derzeit das Bündnis mit nordamerikanischen Anbietern unter dem Namen "Atlantic Plus Plus". Eine Entscheidung gegen die Zusammenarbeit wäre nicht im Sinne des Verbrauchers, so Walther.
Die Lufthansa will mit den US-Gesellschaften Continental <CAL.NYS> <COEB.FSE> und United <UAUA.NAS> <UAL1.FSE> sowie mit Air Canada ein enges Joint-Venture auf der Nordatlantikroute starten. Die EU-Prüfung verzögere den Start nicht, betonte der Amerika-Chef der Lufthansa, Jens Bischof. Die US-Behörden gaben bereits vorläufig grünes Licht./fd/DP/nl