SYDNEY (dpa-AFX) - Der australische Kohleproduzent Macarthur lässt sich nach langer Gegenwehr nun doch übernehmen. Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal und der US-Rohstoffkonzern Peabody konnten den Kohleförderer letztlich mit einer Erhöhung ihres Angebots überzeugen. Die beiden wollen nun insgesamt 4,8 Milliarden australische
Dollar (3,5 Milliarden Euro) zahlen. Bereits seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres war Macarthur Coal Ziel von Übernahmeangeboten, die Australier hatten Offerten bis zuletzt aber als zu niedrig abgelehnt.
Die Aktionäre von Macarthur sollen nun 16 australische Dollar je Aktie in bar erhalten statt der zuletzt gebotenen 15,66 Dollar, wie Macarthur am Dienstag mitteilte. Damit bekämen sie 44 Prozent mehr als die Papiere am 11. Juli wert waren, als ArcelorMittal und Peabody ihr erstes Gebot vorgelegt hatten. Der Verwaltungsrat von Macarthur Coal hat der Offerte bereits zugestimmt und empfiehlt sie seinen Anteilseignern zur Annahme. ArcelorMittal-Finanzchef Aditya Mittal forderte die Aktionäre auf, das Angebot ohne große Verzögerung zu akzeptieren. Der Stahlkonzern und sein Partner wollen die Kontrollmehrheit von mindestens 50,01 Prozent übernehmen.
Unter den Großaktionären von Macarthur sind die chinesische Citic Resources Holdings Ltd mit 24,6 Prozent und die südkoreanische Posco Ltd mit sieben Prozent vertreten. Beide waren auch längere Zeit als Übernahmeinteressenten im Gespräch, wie auch der Rohstoffkonzern Anglo American. Peabody hatte im vergangenen Jahr bereits allein für die Macarthur geboten, bevor sie ArcelorMittal als Partner ins Boot holten. Der Stahlriese ist bereits mit knapp 14 Prozent an den Australiern beteiligt und damit zweitgrößter Aktionär.
Macarthur ist Weltmarktführer für bestimmte Sorten pulverisierter Kohle. PCI-Kohle (Pulverized Coal Injection) gilt als begehrter Ersatz für Kokskohle, die bei der Stahlherstellung normalerweise verwendet wird. ArcelorMittal baut seit einiger Zeit die eigene Rohstoffförderung kräftig aus, um sich auf diesem Weg unabhängiger von den explodierenden Rohstoffpreisen zu machen. Peabody verfolgt derzeit eine aggressive Strategie außerhalb der Vereinigten Staaten und will sein Engagement in Australien verdoppeln./kja/nmu/tw