29.04.2012 15:47
Bewerten
 (0)

ROUNDUP/Metaller laufen sich warm: Erste Warnstreiks im Tarifkonflikt

    FRANKFURTBERLIN (dpa-AFX) - Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie laufen sich die Beschäftigten für die heiße Phase der Verhandlungen warm. Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht zum Sonntag traten Beschäftigte in mehreren Ländern in einen Warnstreik, zunächst allerdings nur in einigen kleineren Betrieben. Die IG Metall in Frankfurt sprach von rund 2.500 Teilnehmern, rund die Hälfte davon in Bayern.

 

    Die Gewerkschaft will damit ihren Forderungen für die rund 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche Nachdruck verleihen. Die IG Metall verlangt in einem Paket 6,5 Prozent mehr Geld sowie die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und mehr Mitsprache für die Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber bieten bislang 3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 14 Monaten und sprechen vom "oberen Rand des wirtschaftlich begründbaren Rahmens".

 

    Der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, bezeichnete das Angebot laut Mitteilung als Provokation. "Wir fordern ein Angebot, das die Beschäftigten und ihre Leistung ernst nimmt." Huber kündigte ab Mitte der Woche bundesweit massive Warnstreiks an. In der folgenden Woche werden die Verhandlungen dann in vierter Runde fortgesetzt. Den Start macht das wichtige Tarifgebiet Baden-Württemberg am 8. Mai, Bayern und Nordrhein-Westfalen sind am 10. und 11. Mai an der Reihe.

 

    "Wenn in den nächsten Verhandlungen keine Lösung in Sicht ist, werden wir die Rote Karte ziehen", sagte der baden-württembergische IG-Metall-Verhandlungsführer Jörg Hofmann dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Die Branche "boomt ohne Ende", argumentierte Hofmann. "Manche Arbeitgeber haben offensichtlich noch nicht verstanden, dass die Branche einen Arbeitskampf in dieser Situation überhaupt nicht brauchen kann. Sonst würden wir nicht so viel Zeit ohne ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber verplempert." Was die Arbeitgeber zuletzt vorgelegt hätten, trage nicht zur Lösung bei, sondern vertiefe die Gräben. Das aktuelle Arbeitgeberangebot bedeute auf ein Jahr gerechnet lediglich 2,5 Prozent - "das gleicht gerade mal die Preissteigerung aus und würde die Beschäftigten ein weiteres Jahr vom Aufschwung abkoppeln".

 

    Die Schauplätze der ersten Warnstreiks lagen vor allem in Bayern. Dort beteiligten sich 1200 Metaller in München, Pfronten, Augsburg und Ingolstadt an Warnstreiks. In Niedersachsen legten in mehreren Betrieben in Gifhorn, Hildesheim, Salzgitter und Hannoversch Münden etwa 500 Beschäftigte die Arbeit kurzfristig nieder. In Berlin traten 200 Mitarbeiter im Osram-Werk in den Ausstand. Auch im rheinland-pfälzischen Andernach kam es zu Warnstreiks.

 

    Der Betriebsratsvorsitzende des Stuttgarter Autobauers Porsche , Uwe Hück, geht von einem langen und harten Tarifkonflikt aus. "Ich glaube, wir werden einen der härtesten Arbeitskämpfe bekommen, den wir je hatten", sagte Hück in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin "Spiegel". "Ich bin davon nicht begeistert, aber wir dürfen die Jugend nicht im Stich lassen", sagte Hück.

 

    Parallel zur Metall-Tarifrunde waren am Freitagabend in dritter Runde die Tarifverhandlungen über Branchenzuschläge für mindestens 240 000 Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die IG Metall will damit eine Angleichung an die Entgelte der Stammbelegschaften erreichen und den Abbau vom Stammarbeitsplätzen verhindern./kf/DP/he

 

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant2
  • Alle2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Motorenwerk in Mannheim
Im Zuge der Neuausrichtung seiner Produktion von Lkw-Komponenten fallen im Motorenwerk in Mannheim in den kommenden sieben Jahren 500 Stellen weg.
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
27.11.2014Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
27.11.2014Daimler buyDeutsche Bank AG
20.11.2014Daimler Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
14.11.2014Daimler Equal-WeightMorgan Stanley
11.11.2014Daimler market-performBernstein Research
27.11.2014Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
27.11.2014Daimler buyDeutsche Bank AG
20.11.2014Daimler Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
11.11.2014Daimler OutperformBNP PARIBAS
11.11.2014Daimler Conviction BuyGoldman Sachs Group Inc.
14.11.2014Daimler Equal-WeightMorgan Stanley
11.11.2014Daimler market-performBernstein Research
28.10.2014Daimler NeutralCitigroup Corp.
24.10.2014Daimler HaltenDZ-Bank AG
24.10.2014Daimler Holdequinet AG
04.08.2014Daimler UnderweightBarclays Capital
23.07.2014Daimler Reduceequinet AG
21.07.2014Daimler Reduceequinet AG
17.07.2014Daimler Reduceequinet AG
03.07.2014Daimler UnderweightBarclays Capital
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Sky Deutschland dürfte aus dem MDAX ausscheiden -- Gold-Nostalgie setzt Europas Zentralbanken unter Druck -- Blackberry, E.ON, Allianz im Fokus

'Schwarze Null' steht - Bundestag stimmt Haushalt 2015 zu. TLG Immobilien lockt weiter mit Aussicht auf hohe Dividende. Lufthansa erhält Auftrieb durch billiges Öl und Analystenlob. Ryanair-Aktionäre machen Weg für Boeing-Großauftrag frei. Analytik Jena mit Gewinnwarnung. Rubel fällt auf Rekordtief.
Diese DAX-Aktien bringen die höchste Rendite

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Diese Firmen investieren am meisten in Forschung und Entwicklung

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

So viele Aktien gehören ausländischen Investoren

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

mehr Top Rankings

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?