DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Handelskonzern Metro (
METRO) legt die Verkaufsgespräche für die Warenhaustochter Kaufhof auf Eis. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", sagte der neue Metro-Chef Olaf Koch am Dienstag. Der Konzern habe immer wieder betont, dass ein Verkauf das Potenzial von Kaufhof reflektieren müsse. "Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotenzial besser selbst heben, als durch einen Verkauf."
Koch ist erst seit Anfang des Jahres Vorstandschef von Deutschlands größtem Handelskonzern. Sein Vorgänger Eckhard Cordes hatte die Warenhauskette im Jahr 2008 erstmals zum Verkauf gestellt und sich bis zu seinem Ausscheiden Ende 2011 zuversichtlich gezeigt, Kaufhof gewinnbringend verkaufen zu können.
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Für das Warenhausunternehmen hatten der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen zusammen mit dem Finanzinvestor Blackstone geboten. Auch der Immobilienunternehmer Rene Benko sowie der frühere KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban hatten Offerten vorgelegt. Metro wollte früheren Angaben zufolge mindestens zwei Milliarden Euro für den Kaufhof haben.
Dass jetzt die Verkaufsverhandlungen ausgesetzt wurden, lege den Verdacht nahe, dass das Metro-Management nicht den erwünschten Preis habe erzielen können, sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sagte mit Blick auf den Abbruch der Gespräche: "Das ist sehr schlecht, denn einige Investoren hatten auf die Ausschüttung einer Sonderdividende nach dem Verkauf spekuliert." Im vorbörslichen Handel rutschte die Metro-Aktie gegen den Trend ins Minus.
SCHWACHES WEIHNACHTSGESCHÄFT
Metro gab zugleich vorläufige Umsatzzahlen für das abgelaufene Jahr bekannt. Nach einem schwach verlaufenen Weihnachtsgeschäft sanken die Erlöse 2011 im Konzern um 0,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro. "Das vergangenen Jahr war durch außerordentliche Entwicklungen stark beeinträchtigt", sagte Koch. Insbesondere die Staatsschuldenkrise, hohe Arbeitslosigkeit und Sparprogramme in vielen Ländern Europas hätten die Kauflust der Verbraucher gebremst. Dies konnte die Metro am Ende des Jahres nicht mehr wett machen. "Trotz eines guten Endspurts war das Weihnachtsgeschäft insgesamt enttäuschend", sagte Koch. Im vierten Quartal sank der Umsatz um 1,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Die drei letzten Monate des Jahres sind normalerweise die umsatz- und ertragsstärksten für den Handel. Metro geht davon aus, dass auch das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) 2011 unter dem des Vorjahres bleiben wird. Die endgültigen Zahlen werden am 20. März veröffentlicht./she/kja