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07.02.2012 11:43

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ROUNDUP: Nordafrika-Krise quält Tui Travel - Verlust sinkt dennoch

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    CRAWLEY (dpa-AFX) - Die politischen Umbrüche in Nordafrika machen Europas größtem Reiseveranstalter Tui Travel weiterhin zu schaffen. Reisen nach Ägypten und Tunesien bleiben weniger gefragt als noch vor einem Jahr, und die griechische Schuldenkrise lässt viele Kunden an einem Urlaub am Fuße des Olymps zweifeln. Dennoch konnte die Veranstaltertochter des deutschen Reisekonzerns Tui (TUI) ihren Verlust zwischen Oktober und Dezember verringern. Der Absatz lukrativer Reiseangebote und gut laufende Internet-Buchungen stimmen das Management zuversichtlich.

 

    Für die Tui-Travel-Aktie ging es am Dienstag nach einem anfänglichen Kurssprung dennoch nach unten. Zuletzt notierte das Papier mit 1,31 Prozent im Minus bei 203,80 britischen Pence.

 

WENIGER VERLUST

 

    Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember reduzierte Tui Travel seinen Verlust auf 103 Millionen britische Pfund (124 Mio Euro), wie das Unternehmen in Crawley bei London mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Minus von 106 Millionen Pfund gestanden. Reiseveranstalter schreiben im Winterhalbjahr meistens Verluste. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

 

    Im operativen Geschäft machte sich die schwache Nachfrage nach Ägypten- und Tunesien-Reisen nun auch deutlich negativ bemerkbar. Während der Tui-Travel-Umsatz insgesamt um fünf Prozent auf gut 2,8 Milliarden Pfund zulegte, stieg der um Sondereffekte wie Umstrukturierungskosten bereinigte operative Verlust um 27 Prozent auf 109 Millionen Pfund. Als Ursache für die Verschlechterung machte das Management vor allem das Nordafrika-Geschäft aus.

 

MEHR ONLINE-BUCHUNGEN

 

    Dennoch zeigte sich Tui-Travel-Chef Peter Long mit den Ergebnissen zufrieden. Vor allem die differenzierten Angebote für spezielle Gruppen wie Familien, Sportler und Senioren hätten deutlich zugelegt. Dabei versucht Tui Travel seinen Kunden vor allem Hotels anzubieten, die andere Veranstalter nicht im Programm haben. Dies soll den Preiskampf eindämmen, der zuletzt dem Mitbewerber Thomas Cook in Großbritannien schwer zugesetzt hatte.

 

    Bei Tui Travel nahmen auch die Reisebuchungen über das Internet deutlich zu. In Großbritannien seien bislang 49 Prozent der Winterurlaube und 42 Prozent der Reisen für den bevorstehenden Sommer online gebucht worden, hieß es.

 

NORDAFRIKA UND GRIECHENLAND SCHWÄCHELN

 

    Bei den Reisen nach Nordafrika musste Tui Travel im Winter deutliche Einbußen hinnehmen: Bei den britischen Urlaubern betrug das Minus 23 Prozent, unter den deutschen wollten gar 37 Prozent weniger dorthin. Stattdessen zog es die Deutschen verstärkt auf die Kanaren. Dennoch musste Tui Travel in Deutschland mit weniger Kunden durch den Winter kommen.

 

    Auch für den bevorstehenden Sommer zeigen sich deutsche Urlauber zurückhaltend: Die Buchungszahlen liegen derzeit vier Prozent hinter denen des Vorjahres zurück. Vor allem Reisen nach Griechenland sind derzeit weniger gefragt: Tui Travel zählte bis zuletzt 27 Prozent weniger Buchungen als vor einem Jahr. Im wichtigen Markt Großbritannien zählte Tui Travel insgesamt sieben Prozent weniger Buchungen. Dank deutlich gestiegener Preise liegt der Umsatz allerdings derzeit auf Vorjahresniveau./stw/ep/wiz

 

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