28.11.2012 16:58
Bewerten
 (0)

ROUNDUP/Presse: Rentenkasse gut gefüllt - Langfristrisiko Niedrigrenten

    BERLIN (dpa-AFX) - Die Finanzen der Rentenversicherung sind gut, doch Herausforderungen birgt das zunehmende Armutsrisiko künftiger Rentnergenerationen. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht hervor, den das Bundeskabinett am Mittwoch billigte. Aktuell verfügen die Rentenkassen demnach über Rücklagen von mehr als 29 Milliarden Euro und damit über mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen eineinhalb Monatsausgaben. Der Beitragssatz sinkt deshalb Anfang 2013 von 19,6 auf 18,9 Prozent.

 

    Nach den mittel- und langfristigen Vorausberechnungen könnten die Renten bis 2016 um 11,5 Prozent im Osten und um 8,5 Prozent im Westen steigen - bis 2026 sogar um 36 Prozent. Dennoch drohen wegen des weiter sinkenden Rentenniveaus in Zukunft aber häufiger niedrige Alterseinkommen, sofern nicht zusätzlich fürs Alter vorgesorgt wird. "Die Berechnungen zum Gesamtversorgungsniveau (...) zeigen deutlich, dass ergänzende Alterssicherung unerlässlich ist", schreibt das Bundesarbeitsministerium.

 

    Aktuell seien Senioren aber "in der Regel gut versorgt". Dabei habe die gesetzliche Rente den größten Anteil. Im Durchschnitt verfügten Rentner-Ehepaare 2011 über ein Gesamteinkommen von netto 2.433 Euro im Monat. Bei alleinstehenden Männern waren es 1.560 Euro und bei alleinstehenden Frauen 1.292 Euro.

 

    Für die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig sind die angekündigten Rentensteigerungen nur "schillernde Seifenblasen". Die Bundesregierung tue nichts dafür, dass die Erhöhungen auch Realität werden könnten. Der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Matthias Birkwald, kritisierte: "Das Rentenniveau sinkt, die Altersarmut nimmt zu und die schwarz-gelbe Koalition hält still, um sich nicht weiter selbst zu zerlegen."

 

    Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte die Ankündigungen als "puren Zweckoptimismus". "Ob die Prognosen tatsächlich eintreffen und die Renten derart steigen werden, steht in den Sternen", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Die Ankündigung von acht- bis elfprozentigen Rentensteigerungen in den nächsten vier Jahren ist völlig unseriös."/vs/DP/hbr

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt unter 9.000 Punkten -- 25 Banken sollen Stresstest nicht bestanden haben -- US-Börsen leicht im Plus -- Ford, BASF, Amazon, Microsoft im Fokus

Apple will Beats-Musik-App in iTunes aufgehen lassen. Deutsche Bank leidet unter Rückstellungen. S&P hebt Bonitätsnote von Zypern an. Ryanair-Chef unterschreibt für fünf weitere Jahre. FMC besorgt sich 900 Millionen US-Dollar am Bondmarkt. Chiquita lässt Fyffes-Fusion platzen. Cameron: Werden Milliarden-Rechnung aus Brüssel nicht bezahlen.
Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

So platzieren sich die Deutschen

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Verkehrsminister Dobrindt erwägt scheinbar, die Pkw-Maut vorerst nur auf Autobahnen einzuführen. Was halten Sie von diesem Rückzieher?