ZÜRICH (dpa-AFX) - Die angeschlagene Schweizer Großbank UBS prüft Medienberichten zufolge verschiedene Möglichkeiten für ihr US-Geschäft. UBS hatte sich mit der Übernahme des US-Brokers Paine Webber im Jahr 2000 auf dem US-Markt etabliert. Nun folge offenbar der Rückzug auf Raten, hieß es am Dienstag in mehreren Zeitungen.
Laut "Financial Times" hat die Bank bereits im vergangenen Jahr Gespräche mit Morgan Stanley geführt. Dabei hätten die Schweizer grundsätzlich ihre Bereitschaft signalisiert, schwerwiegende Maßnahmen einleiten zu wollen, um die Auswirkungen der Finanzkrise zu dämpfen. Allerdings dürfte es sich dabei um vorläufige Gespräche gehandelt haben, die höchst wahrscheinlich nicht weiter verfolgt würden. Zumal sich Morgan Stanley im Privat-Kundengeschäft inzwischen mit der Übernahme der Mehrheit am Brokerage-Joint-Venture mit der Citigroup für 2,7 Milliarden Dollar verstärkt habe.
WACHOVIA-KOOPERATION
Unterdessen berichtete die "New York Post" in ihrer Dienstagausgabe unter Berufung auf Kreise, die UBS prüfe für ihre amerikanische Vermögensverwaltung ein Joint-Venture mit Wachovia Securities . Eine solche Kombination würde 8.000 Retailbroker der UBS und 16.000 Finanzberater von Wachovia unter einem Dach zusammenführen. Allerdings befänden sich auch diese Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium, und ein positiver Ausgang sei keineswegs sicher. Jedes Abkommen zwischen den beiden werde dadurch verkompliziert, dass Wachovia bereits vor sechs Jahren eine ähnliche Partnerschaft mit Prudential Securities vereinbart hat. Prudential hält 38 Prozent an Wachovia Securities.
Keine der Banken wollte zum Sachverhalt eine Stellungnahme abgeben. UBS Financial ist eine der größten Brokerfirmen der USA. Der Bereich macht derzeit allerdings zu wenig Gewinn und leidet zudem unter den Steuerermittlungen der Behörden./ra/AWP/she/wiz