17.02.2013 18:05
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ROUNDUP: Prognosen: Anastasiades führt klar auf Zypern

    NIKOSIA (dpa-AFX) - Der konservative Politiker Nikos Anastasiades hat nach Prognosen klar die erste Runde der Präsidentenwahl auf Zypern gewonnen. Danach erhielt der 66-Jährige am Sonntag zwischen 51 und 52,6 Prozent der Stimmen. Nach einer Prognose des Privatsenders Sigma lag er zwischen 49 und 52 Prozent. Demoskopen sagten am Abend im Fernsehen, mit diesen Prognosen werde Anastasiades "fast sicher" die absolute Mehrheit erreichen. Vor seiner Wahlzentrale versammelten sich Dutzende Anhänger und jubelten.

 

    Der neue Präsident soll die pleitebedrohte Inselrepublik durch die schwerste Finanzkrise der jüngeren Geschichte führen und vor dem Bankrott bewahren. Anastasiades erklärte nach der Stimmabgabe, bei diesen Wahlen gehe es "ums Überleben" der Inselrepublik. Zugleich bereitete er die Bevölkerung auf harte Sparmaßnahmen vor. "Wir müssen uns alle gemeinsam den kritischen Zuständen stellen, die auf uns zukommen", sagte Anastasiades.

 

    Zypern braucht nach offiziellen Angaben dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Banken und die Staatsfinanzen zu stabilisieren. Nur noch bis Ende März ist nach offiziellen Angaben Geld in den Staatskassen.

 

    Die Gegenkandidaten, der linke Stavros Malas und der Vertreter der politischen Mitte, Giorgos Lillikas, kamen den Angaben zufolge auf etwa 25 beziehungsweise 19 Prozent. Mit aussagekräftigen Hochrechnungen wurde am frühen Abend gerechnet. Wahlberechtigt waren rund 545 000 Zyprer.

 

    Die Krise in Griechenland hatte auch Zyperns Banken schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zyperns Geldinstitute sind eng mit dem griechischen Bankensystem verbunden und wurden in den Strudel der Griechenland-Krise gerissen.

 

    Die Wahl wurde auch im türkisch-zyprischen Norden der Insel mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Insel ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Zypern ist Mitglied der EU seit 2004. Das europäische Regelwerk gilt jedoch nur im griechisch-zyprischen Süden. Mehrere Verhandlungsrunden zur Überwindung der Teilung sind in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert.

 

    Sollte Anastasiades im ersten Durchgang doch nicht die absolute Mehrheit erreichen, findet am 24. Februar eine Stichwahl statt. Auf Zypern wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Er bestimmt und führt die Regierung. Der noch amtierende Präsident Dimitris Christofias gilt als gescheitert und trat als erster Staatschef der Insel nicht mehr für eine zweite fünfjährige Amtszeit an./tt/DP/he

 

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