BITTERFELD-WOLFEN (dpa-AFX) - Der Solarzellenhersteller Q-Cells will das Gemeinschaftsunternehmen EverQ GmbH an die
Börse bringen. Zusammen mit den Partnern Evergreen Solar und REC sei vereinbart worden, unverzüglich mit den Vorbereitungen für den Börsengang zu beginnen, teilte Q-Cells am Donnerstag in Bitterfeld-Wolfen mit. Im Rahmen der Vorbereitungen für den Börsengang sollen Management und Organisation von EverQ deutlich gestärkt werden. Ziel sei es, das Unternehmen unabhängiger von den Joint-Venture-Partnern zu machen und einen eigenen Markenauftritt zu entwickeln. Aus diesem Grund werde die Vertriebs- und Marketingorganisation weiter ausgebaut, da die Solarmodule von EverQ zukünftig unter der eigenen Marke vertrieben würden.
Börsianer reagierten leicht positiv auf die Nachricht. Q-Cells-Papiere wurden im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz zuletzt mit 83,65 bis 84,31 Euro gehandelt. Zum Xetra-Schluss hatten die Titel bereits 4,29 Prozent auf 83,36 Euro zugelegt.
Um die unabhängige Entwicklung sicherzustellen, erhält EverQ ein Eigentumsrecht an der derzeitigen Technologiebasis von Evergreen und das Recht, alle technologischen Fortschritte zu lizenzieren, die Evergreen in den ersten fünf Jahren nach dem Börsengang basierend auf der String Ribbon(TM)-Plattform entwickelt. EverQ wird zudem ein großes eigenes Forschungs- und Entwicklungsteam aufbauen, um diese Technologien durch eigene Entwicklungen weiter voranzutreiben.
DRITTE PRODUKTIONSANLAGE WIRD ERRICHTET
Zudem wird EverQ wird auf dem Firmengelände in Bitterfeld-Wolfen eine dritte integrierte Produktionsanlage für Wafer, Solarzellen und Solarmodule errichten. Mit der neuen Anlage erhöht sich die Produktionskapazität des Joint Venture von 100 MWp auf 180 MWp. Die beteiligten Unternehmen werden in den Bau des neuen Werks, das im ersten Quartal 2009 die Produktion aufnehmen soll, knapp 150 Millionen Euro investieren. Die neue Anlage wird die sog. Quad-Furnace-Technologie zur Waferherstellung von Evergreen Solar nutzen.
Um EverQ bei seinen weiteren Wachstumsbestrebungen zu unterstützen, hat REC dem Unternehmen einen zusätzlichen Liefervertrag für Polysilizium angeboten, mit dem EverQ seine Produktionskapazität bis 2012 auf 600 MWp steigern kann. Das Gesamtvolumen des Liefervertrags beläuft sich auf rund 4.000 Tonnen, die zu marktüblichen Konditionen geliefert werden. Die jährlichen Lieferungen im Rahmen des neuen Vertrags werden bis zu knapp über 700 Tonnen betragen und erstrecken sich über den Zeitraum von 2010 bis 2015. Damit könnte die Gesamtmenge an Polysilizium, die REC im Rahmen der bestehenden und neuen Verträge an EverQ liefert, auf bis zu 2.100 Tonnen im Jahr steigen./he