BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Kommission hat den weltgrößten Chiphersteller Intel <INTC.NAS> <INL.FSE> wegen Marktmissbrauchs mit einem Rekordbußgeld in Höhe von 1,06 Milliarden Euro belegt. Das teilte die Behörde am Mittwoch in Brüssel mit. Die Wettbewerbshüter sahen es als erwiesen an, dass der US-Konzern seinen kleineren Konkurrenten Amd <AMD.NYS> <AMD.FSE> aus dem Markt drängen wollte. Intel habe dazu illegale, wettbewerbsschädigende Methoden benutzt, sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Das ist das höchste Bußgeld, das wir jemals beschlossen haben." Millionen Verbraucher in Europa seien über fünf Jahre hinweg betroffen gewesen - die Höhe des Bußgeldes sollte deshalb keine Überraschung sein, betonte die Kommissarin.
Intel hat gegen die EU-Entscheidung Berufung angekündigt. "Wir glauben, dass die Entscheidung falsch ist", sagte Intel-Chef Paul Otellini laut einer Mitteilung des Konzerns am Mittwoch. Es habe absolut keinen Schaden für den Verbraucher gegeben.
UNTERSUCHUNG SEIT 2007
Die Kommission wurde auf die Klage von AMD hin bereits im Juli 2007 aktiv. Unter anderem wird Intel vorgeworfen, einem führenden europäischen PC-Händler erhebliche Rabatte eingeräumt zu haben - unter der Bedingung, dass dieser nur Computer mit Intel-Chips verkauft. Intel habe zudem einen führenden PC-Hersteller dafür bezahlt, dass er die Markteinführung einer Produktlinie mit einem AMD-Prozessor verzögert. Der gleiche Hersteller habe zudem Rabatte dafür erhalten, dass er seine Notebooks komplett mit Prozessoren von Intel ausstattet.
Intel beherrscht mit seinen Computer-Chips rund 80 Prozent des Marktes, AMD ist mit etwa 20 Prozent Marktanteil deutlich kleiner. 2008 erzielte Intel einen Überschuss von 5,3 Milliarden Dollar, der Umsatz lag bei 37,6 Milliarden Dollar./pjd/DP/edh