NIESTETAL (dpa-AFX) - Angesichts der Krise in der Solarbranche hat sich der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar (
SMA Solar Technology) 2011 vergleichsweise gut geschlagen. Nach vorläufigen Zahlen erreichte das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel das Jahresziel 2011. Eine Prognose für 2012 wagte die Firma allerdings nicht. Die
Börse quittierte das am Freitag Beginn mit einem zwischenzeitlichen Minus der SMA-Aktie von sieben Prozent.
Der Umsatz sank 2011 auf 1,7 Milliarden Euro nach 1,9 Milliarden im Rekordjahr 2010. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) liege über 240 Millionen Euro (2010: 516,8 Millionen Euro). Damit habe SMA die Prognoseziele voll erreicht und das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt, teilte die im TecDax (TecDAX) notierte Gesellschaft mit. "Wir haben das Unternehmen gut durch einen wettbewerbsintensiven Markt gebracht. Darauf sind wir stolz", sagte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Der vollständige Bericht soll am 29. März veröffentlicht werden.
Trotz der Einbußen schlug sich SMA im Branchenvergleich damit vergleichsweise gut. Laut SMA zahlten sich die "globale Präsenz" und ein "breites Produktportfolio" aus. Es sei eine regionale Verschiebung der Nachfrage erkennbar, dementsprechend habe sich auch der Produktmix verändert, sagte Urbon. "Rückgänge in einigen wichtigen Solarmärkten wurden durch Zuwächse in neuen Märkten aufgefangen." SMA habe den Weltmarktanteil mit rund 35 Prozent gehalten. Der Auslandsumsatz erhöhte sich auf etwa 55 Prozent (2010: 45 Prozent).
In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 hatte SMA eine Nachfrageflaute getroffen, anderen Unternehmen ging es nicht besser: Der Solarmodulhersteller Solon (SOLON SE) litt unter Billig-Produkten aus China und ging in die Insolvenz, der bereits länger taumelnde Kraftwerkbauer Solar Millennium hatte Ende Dezember 2011 Insolvenzantrag gestellt.
Erst zum Jahresende gab es - in Deutschland vor allem wegen der zum Januar 2012 gesenkten Förderung - einen Ansturm auf Photovoltaikanlagen. Aber auch das günstige Zinsniveau, niedrige Preise sowie die ungewöhnlich milde Witterung den Zubau seien dafür verantwortlich. Dies schlug sich aber nicht in dem Maße bei SMA nieder, da viele Händler erst ihre Lagerbestände abverkaufen.
Für 2012 zeigte sich SMA weiter vorsichtig. Es sei mit einem leichten Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Solarstromanlagen zu rechnen, hieß es. Doch könne auch ein leichter Rückgang nicht ausgeschlossen werden, bekräftigten die Hessen. Positive Entwicklungen sieht SMA 2012 für die USA, Japan und Indien. Eine verlässliche Prognose sei aufgrund zahlreicher Veränderungen in wichtigen Märkten und der aus der Euro- und Schuldenkrise resultierenden Verunsicherung derzeit jedoch nicht möglich. Konkrete Prognosen für das laufende Jahr lieferte die Gesellschaft deshalb nicht./lin/DP/wiz