PARIS (dpa-AFX) - Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis <PSAN.PSE> <SNW.ETR> bekommt in den USA für sein Krebsmittel Eloxatin früher als erwartet Konkurrenz von Nachahmermedikamenten (Generika). Das Bezirksgericht für den Distrikt New Jersey hat in einem Patentrechtsstreit zwischen dem Pharmakonzern und mehreren Generika-Herstellern gegen Sanofi-Aventis entschieden. Dies teilte das im
Eurostoxx 50 <SX5E.DJX> notierte Unternehmen am Donnerstagabend in Paris mit. Es sei geplant, das Urteil anzufechten.
Die Jahresprognosen würden wegen des Urteils nicht geändert, teilte der weltweit zweitgrößte Pharmakonzern weiter mit. 2009 soll das bereinigte Ergebnis pro Aktie bei konstanten Wechselkursen um mindestens sieben Prozent zulegen, hatte das Unternehmen Ende April eine frühere Jahresprognose bestätigt. Nach einer schwächeren Eröffnung erholten sich die im EuroStoxx-50-notierten Titel und stiegen zuletzt um 0,10 Prozent auf 47,90 Euro.
KONKURRENZ IN DEN USA BEREITS IM ZWEITEN HALBJAHR
"Nach der Entscheidung ist es wahrscheinlicher geworden, dass generische Konkurrenz für Eloxatin in den USA bereits im zweiten Halbjahr auf den Plan tritt", sagte Analyst Oliver Kämmerer von der WestLB. Dies sei deutlich vor dem Patentablauf im April 2013. Allerdings solle die Entscheidung auch nicht überbewertet werden, da das Mittel in Europa schon patentfrei sei. Eloxatin zur Behandlung von Dickdarmkrebs war mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2008 die Nummer fünf nach Umsatz unter den Medikamenten von Sanofi-Aventis.
Generikahersteller versuchen immer früher mit eigenen Billigkopien dem Originalprodukt Umsätze streitig zu machen und riskieren dabei auch jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen. Neben dem US-Konzern Hospira hofft auch der israelische Branchenprimus Teva Pharmaceuticals <TEVA.NAS> <TEV.ETR> in Kürze auf grünes Licht von der US-Arzneimittelbehörde FDA für die Zulassung eigener Generika-Produkte zu Eloxatin./ep/das