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23.11.2012 13:31

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ROUNDUP: Sharp will Foxconn höheren Anteil geben

Sharp zu myNews hinzufügen Was ist das?


    TOKIO (dpa-AFX) - Der angeschlagene japanische Elektronik-Konzern Sharp ist zu Zugeständnissen bereit, um den lebenswichtigen Einstieg des Apple-Auftragsfertigers (Apple) Foxconn zu retten. Sharp würde Foxconn nun auch einen Anteil von mehr als zehn Prozent verkaufen, sagte ein ranghoher Manager dem "Wall Street Journal". Ursprünglich sollte die Beteiligung unter zehn Prozent bleiben, weil Aktionäre beim Überschreiten dieser Schwelle in Japan mehr Rechte bekommen. Sie können unter anderem vor Gericht die Auflösung eines Unternehmens fordern.

 

    Angesichts des drastischen Kurseinbruchs der Aktie sei auch Sharp inzwischen klar, dass ein Foxconn-Einstieg zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen unmöglich geworden sei, sagte der Manager. Nach der Vereinbarung von März wollte Foxconn knapp zehn Prozent an Sharp kaufen, zum Preis von 550 Yen pro Aktie. Das sollte Sharp gut 66 Milliarden Yen (derzeit 623 Mio Euro) in die Kassen spülen. Das Papier notiert aber längst bei nur noch rund 170 Yen. Foxconn wäre ein besonders wertvoller Partner: Der Auftragsfertiger aus Taiwan könnte auch viele LCD-Panels abnehmen, während die Japaner hohe Überkapazitäten haben.

 

    Sharp steht derzeit wegen tiefroter Zahlen massiv unter Druck. Der Flachbild-TV-Pionier musste sogar eingestehen, dass die Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe. Für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr kündigte Sharp den zweiten riesigen Rekordverlust in Folge an. Das Minus dürfte 450 Milliarden Yen (fast 4,5 Mrd Euro) erreichen. Schon im Jahr davor hatte Sharp gut 376 Milliarden Yen verloren.

 

    Die desolate Finanzlage sei auch ein Hindernis für den Foxconn-Deal, sagte der Sharp-Manager. Foxconn könne dadurch die Investition seinen Aktionären nur schwer schmackhaft machen. Laut einem japanischen Medienbericht redet Sharp inzwischen auch mit den Chipkonzernen Intel und Qualcomm (QUALCOMM) über einen Einstieg. Der Deal könne Sharp 30 bis 40 Milliarden Yen (bis zu knapp 400 Mio Euro) einbringen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo Mitte des Monats. Das japanische Unternehmen braucht unter anderem Geld, weil kommendes Jahr hohe Verbindlichkeiten fällig werden. Die Hausbanken griffen Sharp bereits mit hohen kurzfristigen Krediten unter die Arme.

 

    Das Unternehmen verspricht zugleich Fortschritte im Geschäft für das kommende Jahr. In der ersten Hälfte 2013 würden neue Displays mit der IGZO-Technologie (Indium Gallium Zinc Oxide) in Geräte eines japanischen und internationaler Hersteller kommen, sagte ein Sharp-Manager der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Namen nannte er nicht. Die IGZO-Technik soll bessere Bildqualität bei niedrigem Stromverbrauch und dünnen Panels bieten. Mit den neuen Displays will Sharp sich im Geschäft mit Smartphones und Tablets verankern, da der Fernsehgeräte-Markt schrumpft./so/DP/stw

 

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