DARMSTADT (dpa-AFX) - Die Software AG (
Software) rechnet wegen schwacher Lizenzgeschäfte mit einem Umsatzrückgang im zweiten Quartal. Die Erlöse dürften von 267,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 256 Millionen bis 258 Millionen Euro sinken, teilte der Darmstädter Entwickler von Integrationssoftware am späten Mittwochabend mit. Beim operativen Ergebnis erwartet das Unternehmen in etwa das Niveau des Vorjahres (58,9 Mio Euro). Die Nachrichten lösten einen Kursrutsch bei
Aktien der Software AG aus.
Das Papier brach im Handelsverlauf um bis zu 16 Prozent ein, mittags lagen die Papiere noch mit 13,6 Prozent im Minus. Händler und Analysten zeigten sich von der Umsatz und Gewinnentwicklung enttäuscht. Sie hatten beim Umsatz im Schnitt mit 280 Millionen Euro und beim operativen Gewinn mit 64 Millionen Euro gerechnet.
Ebenso in Mitleidenschaft gezogen wurden die Papiere von SAP. Die Software AG hatte auch bei der Implementation von SAP-Produkten bei ihren europäischen Kunden von einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr berichtet. Die Titel von SAP wurden zur Mittagszeit um 3,25 Prozent schwächer gehandelt als am Vortag.
Die Software AG macht für die schwache Entwicklung vor allem Währungseffekte verantwortlich. Weiterhin habe sich die Schwäche im Lizenzabsatz aus dem ersten Quartal fortgesetzt. Das Unternehmen sieht dennoch gute Chancen, auf Jahressicht seine Umsatz- und Gewinnziele zu erreichen.
Für das laufende Geschäftsjahr wollen die Darmstädter währungsbereinigt um fünf bis sieben Prozent beim Umsatz wachsen, der Gewinn soll um zehn bis 15 Prozent steigen. Die im zweiten Quartal nicht mehr zustande gekommenen Lizenzverträge könnten im zweiten Halbjahr nachgeholt werden. Die Auftragslage sei weiterhin gut.
Die Software AG ist Deutschlands zweitgrößter Software-Konzern nach SAP. Im vergangenen Jahr war das Unternehmen beim Umsatz um 32 Prozent und beim Überschuss um 25 Prozent gewachsen. Unter anderem hatte der Zukauf von IDS Scheer dazu beigetragen. Zuletzt hatten sich die Darmstädter ehrgeizige langfristige Ziele gesetzt. Konzernchef Karl-Heinz Streibich peilt für die kommenden zehn Jahre eine Verfünffachung des Umsatzes an. Dabei will der Vorstand organisch und auch durch größere Übernahmen wachsen. Das Unternehmen sieht sich dafür mit ausreichend Kapital ausgestattet./men/she/stb