07.05.2012 15:55
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Spanien schließt Steuergelder für Bankenrettung nicht mehr aus

    MADRID (dpa-AFX) - Spanien schließt bei der Rettung kriselnder Banken den Einsatz von Steuergeldern nicht mehr aus. "Wenn staatliche Mittel nötig sein sollten, um das Finanzsystem zu retten, würden wir darauf zurückgreifen", sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Montag. Der Ex-Generaldirektor des Weltwährungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, erklärte überraschend seinen Rücktritt als Präsident der spanischen Großbank Bankia. Das Geldinstitut gilt aufgrund der Vielzahl zweifelhafter Immobilienpapiere in seinen Bilanzen als einer der größten Problemfälle in der spanischen Bankenkrise.

 

    Die konservative Regierung hatte bislang die Linie vertreten, in keinem Fall Steuergelder zur Sanierung von Geldinstituten aufzubringen. Nun bereitet Madrid eine neue Bankenreform vor, die die Bilanzen der Geldinstitute von "faulen Krediten" befreien soll. "Es ist noch nicht entschieden, ob dafür auch Steuergelder ausgegeben werden", sagte Rajoy in einem Interview des Radiosenders Onda Cero. "In einer Grenzsituation werden staatliche Gelder an die Banken fließen." Dies sei in anderen Ländern auch geschehen.

 

    Spaniens Geldinstitute sitzen nach dem Ende des Baubooms auf großen Mengen an Risikopapieren aus der Immobilienbranche. Die Bankenreform, die am kommenden Freitag vom Kabinett verabschiedet werden soll, dürfte in etwa auf das Modell der "Bad Banks" hinauslaufen, das auch in Deutschland eingeführt worden war.

 

    Die betroffenen Immobilien und Risikopapiere sollten nach ihren "realen Marktpreisen" bewertet und zum Verkauf angeboten werden, sagte der Regierungschef. Rajoy räumte ein, dass er kein Anhänger von "Bad Banks" sei. Das Ziel der Reform bestehe darin, die Zweifel an der Bonität der spanischen Banken auszuräumen und die Geldinstitute in die Lage zu versetzen, sich außerhalb Spaniens Finanzmittel zu beschaffen. Die Reform werde keine Auswirkungen auf die geplante Senkung des Budgetdefizits von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2011) auf 5,3 Prozent in diesem Jahr haben.

 

    Am Montag wurde bekannt, dass die Regierung und die Zentralbank an einer Sanierungsaktion für Bankia arbeiten. Bankia war aus einem Zusammenschluss der Caja Madrid mit sechs weiteren Sparkassen hervorgegangen. Das Geldinstitut gilt aufgrund seiner Größe und seinen vielen Immobilienkrediten als ein besonderes Sorgenkind. In seinen Bilanzen 2011 wies es problematische Kredite in einem Wert von insgesamt 31,8 Milliarden Euro auf. Im Dezember 2011 war es beim Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA durchgefallen. Der zurückgetretene Bankia-Präsident Rato hatte bislang die Haltung vertreten, dass die Bank die Krise aus eigener Kraft überwinden könne./hk/DP/jkr

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt über 2 Prozent fester -- Staatsschulden: Ukraine verkauft massenweise Gold -- US-Börsen schließen im Plus -- Chinas Notenbank senkt überraschend Leitzinsen -- Alibaba im Fokus

GDL und Bahn verhandeln weiter. Megafusion in der britischen Versicherungsbranche. Angebot an Hawesko-Aktionäre jetzt offiziell. RBS besteht Stresstest trotz Rechenfehler. Burger King schaltet im Streit um Filialen Gericht ein. Porsche vermietet seine Sportwagen künftig auch. Deutsche-Bank-CFO empfiehlt Alternative zum Sparbuch.
Wenn Zukunft Gegenwart wird

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind Deutschlands Global Player

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Der Gesetzentwurf zur Frauenquote in den Führungsetagen von Unternehmen stößt in der Union auf wachsenden Widerstand. Wie stehen Sie zu diesem Thema?