SEATTLE (dpa-AFX) - Die US-Kaffeehauskette
Starbucks legt ein unglaubliches Tempo vor. Das Logo mit der grünen Meerjungfrau prangt schon auf mehr als 17.000 Restaurants weltweit. In diesem Geschäftsjahr, das Anfang Oktober begonnen hat, sollen 800 weitere hinzukommen. Die meisten Neueröffnungen sind in den USA und Asien geplant, 100 Läden sollen aber auch in der Region Europa, Naher Osten und Afrika neu aufmachen.
Bereits heute ist Starbucks ein Imperium. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um neun Prozent auf 11,7 Milliarden Dollar (8,5 Mrd Euro). Nach Abzug aller Kosten und von Steuern blieben am Ende gut 1,2 Milliarden Dollar an Gewinn - 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Starbucks habe den Geschmack der Kunden getroffen, stellte Finanzchef Troy Alstead am Donnerstag am Firmensitz in Seattle trocken fest.
In den USA, wo die meisten Restaurants stehen, ist das Unternehmen aus dem Straßenbild kaum wegzudenken. Anders als in Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt es nur wenige Bäckereien oder Cafés, die Konkurrenz machen könnten. Wenn, dann buhlt Starbucks mit anderen Ketten wie Dunkin Donuts oder mit McDonald's und seinen McCafés um die Kundschaft.
Zu Starbucks zu gehen, gilt zwar als teuer, aber schick. Viele Kunden schwören auf den Kaffee und lieben den Kuchen. Konzernchef Howard Schultz will das Image nutzen, um immer mehr Lebensmittel anzubieten und in immer neue Regionen vorzustoßen. Er hatte erst jüngst angekündigt, die Zahl von 150 Läden in Deutschland binnen weniger Jahre verdoppeln oder verdreifachen zu wollen.
Das Geld dazu ist vorhanden. Allein im vierten Geschäftsquartal (bis Anfang Oktober) stieg der Umsatz um 7 Prozent auf den Rekordwert von 3,0 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro). Durch den Verkauf von Immobilien kam zusätzliches Geld in die Kasse, so dass der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf unterm Strich 359 Millionen Dollar zulegte.
Vergessen scheinen die Zeiten zu sein, als Starbucks in der Krise steckte. Das war um das Jahr 2009 herum, als die Menschen wegen der Rezession auf jeden Cent achteten. Eigene Fehler kamen hinzu. Starbucks war zu schnell und zu unüberlegt gewachsen und machte hunderte Läden wieder dicht.
Nach dem Gesundschrumpfen nimmt Firmenchef Howardt nun einen neuen Anlauf. Und seine Pläne sind ehrgeizig. Der Konzernumsatz soll in diesem Geschäftsjahr um 10 Prozent zulegen und der Gewinn um 15 bis 20 Prozent. Das war Musik in den Ohren der Börsianer. Der Kurs schoss am Freitag um 8 Prozent hoch./das/DP/jha/