DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Automobilzulieferer und Rüstungshersteller
Rheinmetall hat 2011 vor allem dank eines starken Wachstums in der Autosparte operativ so viel verdient wie noch nie. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 19 Prozent auf den Rekordwert von 354 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Dabei konnten die Düsseldorfer den leichten Rückgang in der Rüstungssparte durch deutliche Zuwächse im Autobereich mehr als ausgleichen. Beim Umsatz konnten beide Segmente zulegen - aber auch hier lief das Geschäft mit Autoherstellern deutlich besser als der Verkauf von Waffen. Rüstungshersteller weltweit leiden derzeit unter der Schuldenkrise der großen Industrienationen, die aus diesem Grund stärker auf ihre Wehr-Etats achten.
Konzernweit legte der Umsatz um zwölf Prozent auf 4,45 Milliarden Euro zu. Rheinmetall erfüllte mit dem Erlös und dem operativen Gewinn sowohl die zuletzt leicht gedämpfte eigene Prognose als auch die Erwartungen der Experten. Angaben zum Ausblick machte Rheinmetall nicht. Der Konzern wird am 21. März die detaillierten Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlichen. Experten gehen davon aus, dass der Konzern auch 2012 dank eines boomenden Autogeschäfts weiter zulegen kann. Beim Umsatz erwarten die Analysten einen Anstieg auf 4,9 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sollte um rund 20 Millionen Euro zulegen.
AUTOSPARTE GRÖßTER GEWINNBRINGER
Größter Gewinnbringer war im vergangenen Jahr die Autosparte, die um 17 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro wuchs. Das operative Ergebnis stieg um 86 Prozent auf 151 Millionen Euro. Zum guten Ergebnis trugen vor allem der Aufschwung der Autoindustrie bei und ein überproportionales Wachstum bei modernen Antriebssträngen. Zudem hatte die Sparte während der Krise die Kosten gesenkt und profitiert jetzt davon.
In der Rüstungssparte Defence stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern blieb das Ergebnis mit 223 Millionen Euro allerdings unter dem Vorjahreswert von 234 Millionen Euro. Neben allgemeinem Wachstum trugen zum größeren Umsatz Zukäufe wie der norwegische Hersteller von Elektrooptik, Simrad Optronics, bei.
ZAHLEN KOMMEN AN DER Börse GUT AN
Nach einer einmaligen Aufwendung bei einem Fahrzeugprojekt habe die Defence-Sparte im vierten Quartal wieder gute Ergebnisse erzielen können, sagte ein Sprecher. Im Laufe des Jahres wird sich das Segment voraussichtlich wieder verkleinern. Deutschlands größter Rüstungsbauer hatte im Januar die Auslagerung des Drohnenbaus mit einem Umsatz von 70 Millionen Euro in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der EADS-Rüstungssparte Cassidian angekündigt.
Am Aktienmarkt wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Die Aktie legte zuletzt rund ein Prozent zu und war damit einer der stärksten Werte im MDAX (MDAX). Das Papier konnte zuletzt schon deutlich zulegen und gehört mit einem Plus von rund 30 Prozent in diesem Jahr zu den größten Gewinnern im Index für mittelgroße Werte. Die Rheinmetall-Aktie hatte jedoch auch Aufholbedarf, nachdem sie in der zweiten Jahreshälfte wegen der Ängste vor einen Konjunktureinbruch und deutlich reduzierter Rüstungsausgaben der Staaten stark an Wert verloren hatte. Zudem hatte Rheinmetall nach enttäuschenden Zahlen für das dritte Quartal die Prognose gesenkt und den Börsengang der Autosparte Kolbenschmidt Pierburg AG auf Eis gelegt ./zb/wd/she/kja