ROUNDUP: Tausende demonstrieren in Berlin gegen ACTA-Abkommen
Auf Plakaten forderten Teilnehmer "Freiheit im Internet" oder "Für Reform des Urheberrechts". Andere trugen Masken der Hacker-Vereinigung Anonymous. Auch Parteimitglieder der Grünen, der Piraten- und der Linkspartei beteiligten sich an den Protesten.
Der Vorsitzende des Vereins "Digitale Gesellschaft", Markus Beckedahl, kritisierte in einer kurzen Rede zu Beginn ACTA als intransparent, undemokratisch und schädlich. "Wir wollen ein Urheberrecht, das sich an unsere Medien-Nutzungsgewohnheiten anpasst." Der Kreuzberger Grünen -Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele forderte eine sogenannte Kultur-Flatrate für geistiges Eigentum. Er regte zugleich eine "breite Diskussion über alternative Modelle für eine gerechte Entlohnung von Urhebern" an.
Deutschland will das ACTA-Abkommen vorerst nicht unterzeichnen. Die zuständige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte Bedenken angemeldet, wie am Freitag bekannt wurde. Trotzdem demonstrierten tausende ACTA-Gegner am Samstag in vielen deutschen Städten. Weltweit rechnete der internationale Koordinator der Kampagne "Stopp ACTA", Sebastian Radtke, mit 150 000 bis 200 000 Protest-Teilnehmern gegen das Anti-Piraterie-Abkommen.
Der auf Initiative der USA und Japan ausgehandelte Vertrag regelt unter anderem die "Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums im digitalen Umfeld". Kritiker sehen in ihm eine Einschränkung von Freiheitsrechten im Internet./pf/fse/DP/zb


