19.06.2013 13:56
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ROUNDUP: ThyssenKrupp drohen neue Belastungen aus verkauftem Edelstahlgeschäft

    ESSEN (dpa-AFX) - Der angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp kommt nicht zur Ruhe. Während das Unternehmen weiter über den Verkauf seiner Stahlwerke in Übersee verhandelt, könnten neue Belastungen aus einer längst geschlossen geglaubten Problemstelle drohen. Am Mittwoch meldete das "Manager-Magazin" (Ausgabe 21. Juni) vorab, dass der Konzern womöglich weitere Abschreibungen auf das eigentlich zum Jahreswechsel verkaufte Edelstahlgeschäft vornehmen muss.

    Der finnische Käufer Outokumpu dränge angesichts anhaltender Verluste darauf, dass ThyssenKrupp auf einen Teil eines gewährten Kredits von 1,25 Milliarden Euro verzichtet, berichtete das Magazin ohne Angabe von Quellen. "Ich halte den Artikel für ziemlich spekulativ", sagte eine Outokumpu-Sprecherin in Espoo. "Wir haben nie eine entsprechende Anfrage gestellt." ThyssenKrupp wollte den Bericht nicht kommentieren.

    Laut Zeitschrift drohen ThyssenKrupp zudem weitere Abschreibungen wegen des Kursverfalls der Outokumpu-Aktie. Im Zuge des Verkaufs hatte ThyssenKrupp auch 29,9 Prozent der Outokumpu-Aktien erhalten. Das Paket war bei der Unterzeichnung des Deals im Jahr 2012 zunächst mit 998 Millionen Euro bewertet worden. In der ThyssenKrupp-Bilanz ist es aktuell noch mit 457 Millionen Euro verbucht. Der Börsenwert liegt aber nur noch bei 320 Millionen Euro.

    Outokumpu kämpft mit hohen Verlusten. Im ersten Quartal fuhr das Unternehmen einen operativen Verlust (EBIT) von 82 Millionen Euro ein. Das waren auf vergleichbarer Basis gut 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Schlussquartal 2012 stand sogar ein Fehlbetrag von 307 Millionen Euro zu Buche. Die Finnen wollen deshalb sparen. Allein in diesem Jahr sollen 770 Stellen wegfallen, davon 570 in Deutschland. Bis 2017 will der Konzern bis zu 2.500 seiner derzeit 15.700 Arbeitsplätze abbauen.

    Das traditionsreiche Edelstahlgeschäft war in den vergangenen Jahren eines der größten Problemfelder von ThyssenKrupp. Die Branche kämpft mit Überkapazitäten und macht deshalb Verluste. Der Verkauf an Outokumpu galt als ein Befreiungsschlag für Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Dafür nahm er auch hohe Abschreibungen in Kauf.

    Ähnlich geht der Manager bei den Stahlwerken in den USA und Brasilien vor. Sie haben sich zu einem Milliardengrab für den Konzern entwickelt. Seit gut einem Jahr stehen sie zum Verkauf. Die Verhandlungen sollen mittlerweile weit fortgeschritten sein. Als Favorit gilt der brasilianische Stahlhersteller CSN. Entscheidend ist der Preis. Zuletzt belasteten technische Probleme an einem der beiden Hochöfen in Brasilien die Verhandlungsposition von ThyssenKrupp./enl/zb/fbr

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