19.12.2012 09:27
Bewerten
(0)

ROUNDUP: UBS büßt mit Milliardenstrafe schwer für Libor-Skandal - Hoher Verlust

    LONDON (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS büßt schwer für ihre tiefe Verwicklung in die Manipulation des Referenzzinses Libor. Das Institut einigte sich mit US-amerikanischen, britischen und Schweizer Behörden auf die Zahlung von rund 1,4 Milliarden Franken (1,15 Mrd Euro), wie es am Mittwoch in Zürich mitteilte. Die Schweizer legen damit deutlich mehr als die britische Großbank Barclays auf den Tisch, um die staatlichen Ermittlungen wegen des Libor-Skandals aus der Welt zu schaffen. Im vierten Quartal fällt unter anderem wegen der Strafe ein hoher Verlust an. Die UBS-Aktie verlor in den ersten Handelsminuten nur leicht an Wert, nachdem bereits in den vergangenen Tagen über eine hohe Strafzahlung spekuliert wurde.     In den Vergleichen musste UBS zahlreiche Verstöße öffentlich einräumen. So erklärte sie, dass "bestimmte Mitarbeitende" an dem Versuch beteiligt gewesen wären, die Eingaben für Referenzzinssätze für Gewinne zu manipulieren.  Bei einer Tochter in Japan musste sich das Institut sogar offiziell schuldig erklären, "gewisse" Referenzzinssätze "durch Missbrauch elektronischer Kommunikation" manipuliert zu haben.     

 

IN DER FINANZKRISE DATEN GESCHÖNT

 

    Zudem hätten einige Beschäftigte beim Melden der Libor-Daten in der Finanzkrise falsche Angaben gemacht, um vom tatsächlichen Zustand der Finanzbranche abzulenken. Mit den geschönten Daten hätten sie eine "unfaire und negative Markt- und Medieneinschätzung" verhindern wollen, erklärte die Bank. Der Libor entspricht dem durchschnittlichen Zinssatz zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Steigen die Zinsen, ist das ein Zeichen für Misstrauen. Vom Libor, den es für unterschiedliche Währung gibt, hängen Finanzprodukte im Volumen von mehreren hundert Billionen US-Dollar ab.  

 

    In das Betrugskartell sollen zahlreiche Großbanken verstrickt sein. Weltweit laufen Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Institute, darunter auch die Deutsche Bank. Die Strafe für die UBS ist die bislang höchste. Sie muss mehr als dreimal so viel wie die britische Bank Barclays bezahlen, die im Sommer als erste eine Strafe von 290 Millionen Pfund (rund 356 Mio Euro) akzeptierte. Daraufhin musste Vorstandschef Bob Diamond gehen. Die Royal Bank of Scotland (Royal Bank of Scotland (RBS)) rechnet in Kürze mit einer Bestrafung.

 

MILLIARDEN-VERLUST ERWARTET

 

    Neben der Milliardenstrafe in Sachen Libor drücken im vierten Quartal Rückstellungen für weitere Rechtsfälle und der Konzernumbau die Bank tief in die roten Zahlen.  Unter dem Strich dürfte ein Fehlbetrag von 2,0 Milliarden Franken bis 2,5 Milliarden stehen. Allein an das US-amerikanische Justizministerium und die US-Handelsaufsichtsbehörde CFTC zahlt die UBS 1,2 Milliarden Franken. Die die britische Finanzaufsicht FSA erhält 160 Millionen Pfund. 59 Millionen Franken gehen an die Schweizer Behörde Finma.

 

    Die Bank betonte, "vollumfänglich" mit den Behörden zusammengearbeitet zu haben. In einigen Bereichen hatte sie sogar Kronzeugenstatus. Vor diesem Hintergrund könnte die hohe Strafe eine bedrohliches Zeichen für andere Banken sein.

 

"KEIN GEWINN WICHTIGER ALS REPUTATION DER BANK"

 

    "Im Verlauf der Untersuchungen haben wir ein inakzeptables Verhalten von gewissen Mitarbeitenden festgestellt", sagte Vorstandschef Sergio Ermotti. "Wir bedauern dieses unangemessene und unethische Verhalten zutiefst. Kein Gewinn, unabhängig vom Betrag, ist wichtiger als die Reputation der Bank. Wir legen größten Wert auf integres Geschäftsgebaren." Ermotti hatte vor gut einem Jahr Oswald Grübel abgelöst, der nach dem Skandal um einen Zockerverlust von 2,3 Milliarden Dollar im Londoner Investmentbanking seinen Hut nahm.

 

    Zusammen mit dem dem seit Frühjahr amtierenden Verwaltungsratschef Axel Weber, der vor seinem Wechsel in die Privatwirtschaft Präsident der Deutschen Bundesbank war, krempelt Ermotti die UBS um. Er streicht einen großen Teil des Investmentbankings. Die Zahl der Angestellten soll bis 2015 um knapp 10.000 auf 54.000 sinken.

 

BANKENWELT IM FOKUS

 

    Die Bankenwelt steht generell im Fokus der Ermittler. So musste die britische HSBC wegen des Vorwurfs der Geldwäsche erst vergangene Woche die Rekordsumme von 1,9 Milliarden Dollar in den USA berappen. HSBC-Filialen sollen aus Ländern wie Mexiko, Iran oder Saudi-Arabien Gelder im Milliardenumfang in die USA transferiert haben. Dies habe, so der Vorwurf, Drogenhändlern und Terroristen in die Hände gespielt. Bei der Deutschen Bank sorgte in der vergangenen Woche eine Razzia wegen des Verdachts des Steuerbetrugs beim Handelns mit Luftverschmutzungsrechten für Aufregung./enl/zb/fbr

 

 

Anzeige

Nachrichten zu UBS AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu UBS AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
20.07.2017UBS HoldDeutsche Bank AG
18.07.2017UBS overweightMorgan Stanley
12.07.2017UBS NeutralGoldman Sachs Group Inc.
12.07.2017UBS NeutralGoldman Sachs Group Inc.
04.07.2017UBS overweightMorgan Stanley
18.07.2017UBS overweightMorgan Stanley
04.07.2017UBS overweightMorgan Stanley
26.06.2017UBS overweightJP Morgan Chase & Co.
20.06.2017UBS overweightMorgan Stanley
13.06.2017UBS overweightMorgan Stanley
20.07.2017UBS HoldDeutsche Bank AG
12.07.2017UBS NeutralGoldman Sachs Group Inc.
12.07.2017UBS NeutralGoldman Sachs Group Inc.
09.06.2017UBS NeutralGoldman Sachs Group Inc.
23.05.2017UBS NeutralJP Morgan Chase & Co.
24.04.2017UBS UnderperformMacquarie Research
31.01.2017UBS Group UnderperformBNP PARIBAS
09.01.2017UBS Group UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
15.12.2016UBS Group ReduceKepler Cheuvreux
31.10.2016UBS Group UnderweightJP Morgan Chase & Co.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für UBS AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die Top 5 der Medizin- und Pharmakonzerne mit großen Wachstumschancen!

Aktien aus dem Medizin- und Pharmabereich gehören neben den hochtechnologischen Konzernen wohl zu den schwierigsten Wertpapieren, die man an der Börse spielen kann. Die meisten Unternehmen, die auf diesem Feld unterwegs sind, bleiben über Jahre hin unprofitabel. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin fünf Aktien vor, bei denen große Wachstumschancen lauern könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich leichter -- Dow verliert -- VW-, Daimler-, BMW-Aktien verlieren kräftig: Deutsche Autoindustrie soll sich abgesprochen haben -- BYD, Tesla, Microsoft, eBay im Fokus

Siemens und Bombardier verhandeln über Eisenbahn-Joint Venture. Gazprom darf mehr Gas nach Deutschland pumpen. S&P stellt Griechenland bessere Bonität in Aussicht. Apple will mit Chinesen Autobatterien bauen: Unerwartete Konkurrenz für Tesla? Bill Gross warnt vor einem möglichen Wirtschaftskollaps. Warum Exxon jetzt plötzlich zum Umweltfreund wird. Bitcoin zurück auf Rekordkurs. General Electric verdient im zweiten Quartal weniger. Erneuter Ether-Diebstahl schreckt die Branche auf.

Top-Rankings

KW 29: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Sorglos die Koffer packen
In diesen europäischen Ländern kommt man voll auf seine Kosten
KW 28: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Die ärmsten Länder der EU
Hier ist das BIP schlechter als im Durchschnitt
Vor diesen Berufen macht die Digitalisierung keinen Halt
Diese Jobs sind besonders stark bedroht
Diese Millionenbeträge verdienten die Sport-Stars in 2017
Diese Profis konnten ihren Kontostand 2017 deutlich verbessern
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Obergrenze für Flüchtlinge weiter ab. Sind Sie für eine solche Grenze?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt mit finanzen.net-Account verknüpfen

Top News
Altersvorsorge
06:47 Uhr
Wie berechnet sich meine Rente?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BMW AG519000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Allianz840400
E.ON SEENAG99
CommerzbankCBK100
TeslaA1CX3T
Siemens AG723610
adidas AGA1EWWW
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Greiffenberger AG589730