WASHINGTON/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Diese Kaffeemaschinen können gefährlich werden: BSH Bosch
Siemens Hausgeräte bessert in den USA und Kanada mehr als 1,7 Millionen Tassimo-Automaten nach. Es besteht die Gefahr von Verbrühungen. Andere Märkte wie Europa seien nicht betroffen, sagte eine Firmensprecherin am Freitag.
In Nordamerika schlägt der Rückruf dagegen Wellen: Ein 10-jähriges Mädchen aus Minnesota habe wegen Verletzungen an Gesicht und Hals ins Krankenhaus gemusst, berichtete die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC am späten Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Die Behörde warnte davor, die Maschinen weiter zu benutzen.
Insgesamt sprach die Behörde von 140 bekannten Fällen, in denen heißes Wasser ausgetreten sei. In 37 Fällen sei es dabei zu Verbrennungen zweiten Grades gekommen. Die Besitzer der Geräte sollten sich an den Hersteller wenden. Schadenersatzklagen gebe es derzeit nicht, sagte die BSH-Sprecherin.
Die Tassimo-Automaten verwenden Kapseln mit Kaffee oder Tee - und diese sind der wunde Punkt. Die Bosch-Siemens-Sprecherin sagte, gefährlich sei es aber nur geworden, wenn die Geräte vor Ende des Brühvorgangs geöffnet worden seien. In Einzelfällen sei dabei die Metallfolie gerissen, die die Kapsel verschließt.
Bosch Siemens schickt den Kunden nun einen neuen Halterungsring für die Kapseln, der die Gefahr bannen soll. Zu den Kosten der Aktion äußerte sich der Hersteller nicht. Die bemängelten Kaffeemaschinen waren nur in den USA und Kanada verkauft worden.
Unabhängig davon ruft der US-Lebensmittelmulti Kraft Foods vier Millionen Packungen von Kaffeekapseln zurück. Die Kapseln könnten verstopfen und dann platzen, teilte die US-Verbraucherschutzbehörde mit. Sie sprach von 21 berichteten Vorfällen. Eine 2-Jährige aus Kanada habe Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht davongetragen./das/fin/DP/zb