NEW YORK (dpa-AFX) - Der zweitgrößte US-Telekommunikationskonzern Verizon Communications <VZ.NYS> <BAC.ETR> hat seinen Gewinn im ersten Quartal wegen Einmalkosten für eine Übernahme nur leicht steigern können. Der Überschuss wuchs minimal auf knapp 1,65 Milliarden Dollar. Der Umsatz hingegen kletterte auch durch den Zukauf des kleineren Konkurrenten Alltel zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 26,6 Milliarden
Dollar (20,1 Mrd Euro), wie Verizon am Montag in New York bekanntgab. Auf Pro-Forma-Basis fiel die Umsatzsteigerung mit 3,3 Prozent etwas moderater aus.
Wie bei den meisten Wettbewerbern machte auch bei Verizon der Zuwachs im Mobilfunk die Einbußen im klassischen Festnetz mehr als wett. Durch die Alltel-Übernahme steigt Verizon im Mobilfunk zum US-Branchenführer auf mit zum Quartalsende 86,6 Millionen Kunden - ein Plus von fast 30 Prozent zum Vorjahr. Auf Platz zwei liegt im US-Mobilfunk AT&T <T.NYS> <SOBA.ETR>, der insgesamt größte Telekommunikationsanbieter. "Wir haben schnell mit der Integration von Alltel begonnen und bemühen uns nach Kräften Synergien zu schöpfen", sagte Unternehmenschef Ivan Seidenberg.
ÜBERNAHME VERHILFT ZU WACHSTUM IM MOBILFUNK
Die Übernahme verhalf Verizon im Mobilfunk zu einem kräftigen Umsatzplus von 30 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPU) stagnierte allerdings. Der Datenumsatz legte unterdessen kräftig zu. Mit Internet- und SMS-Services nahm Verizon im abgelaufenen 3,6 Milliarden ein - 56 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das Datengeschäft macht den Angaben zufolge inzwischen 28 Prozent der Serviceumsätze im Mobilfunk aus.
Probleme bereitet Verizon weiterhin das klassische Festnetzgeschäft: Die Umsätze in der Sparte sanken um 3,8 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Wie seine Konkurrenz versucht Verizon dem lahmenden Geschäft mit herkömmlichen Telefonleitungen mit Internet- und Fernsehangeboten auf Glasfaserbasis entgegen zu wirken. So gewann Verizon im abgelaufenen Quartal rund 299.000 neue Kunden für sein FiOS genanntes TV-Angebot. 298.000 neue Kunden entschieden sich für die glasfaserbasierten Breitbandverbindungen. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde (ARPU) konnte mit Hilfe der Breitband- und Videoservices um 13,7 Prozent auf 69,97 Dollar gesteigert werden./fd/gr/fn/he