13.11.2012 11:48
Bewerten
 (0)

ROUNDUP: Verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) hinkt beim Neugeschäft hinterher

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Vier Jahre nach ihrer Notrettung mit Steuermilliarden kommt die Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) langsamer voran als erhofft. Im dritten Quartal verbuchte die Bank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar einen kleinen Gewinnzuwachs. "Das Ergebnis zeigt die erwartete positive Entwicklung", sagte HRE-Chefin Manuela Better am Dienstag in München. Der Anstieg um 6 Millionen auf 49 Millionen Euro vor Steuern reichte aber nicht aus, um sinkende Erträge aus dem ersten Halbjahr auszugleichen - für die ersten neun Monate ergibt sich deshalb ein Minus. Im Neugeschäft legte die Bank deutlich weniger zu als geplant und gab ihr Jahresziel auf.

 

    Ursprünglich wollte die Deutsche Pfandbriefbank (pbb), in der das Kerngeschäft der HRE gebündelt ist, bis zum Jahresende ein Neugeschäft in einer Größenordnung von 8 Milliarden Euro einfahren. Nach neun Monaten waren es allerdings erst 2,9 Euro Milliarden Euro. Mit dieser Lücke von gut 5 Milliarden Euro ist das Jahresziel nicht mehr zu schaffen. Im dritten Quartal konnte die Bank nach Angaben eines Sprechers zwar deutlich mehr neue Aufträge gewinnen als zuvor. "Es wird aber schwierig, die schwächere Entwicklung des ersten Halbjahres aufzuholen." Um ihr Vertriebsnetz auszuweiten, hatte die Bank vor kurzem neue Standorte in Stockholm, Berlin und Hamburg eröffnet.

 

    Die Entwicklung des Neugeschäfts ist auch für den angestrebten Verkauf der HRE von Bedeutung. Bis 2015 muss der Bund die Bank auf Druck der EU wieder privatisieren, nachdem er sie im Herbst 2008 mit Milliardenhilfen vor dem Zusammenbruch bewahrt und danach verstaatlicht hatte. Wichtigster Schritt der Sanierung war die Gründung einer Bad Bank, in die die HRE Altlasten im Wert von rund 175 Milliarden Euro auslagerte. Sie soll das Erbe der HRE wieder zu Geld machen, was aber länger dauert als gedacht.

 

    Im dritten Quartal profitierte die HRE von einer geringeren Risikovorsorge für faule Kredite und einem Anstieg des Provisionsüberschusses. Erstmals in diesem Jahr legte der Gewinn vor Steuern dadurch im Vorjahresvergleich zu. Für den Zeitraum von Januar bis September ergibt sich wegen des Rückgangs im ersten Halbjahr aber dennoch ein Minus um 63 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro. Für die HRE liegen die Zahlen im Plan: Damit hat sie das untere Ende ihres Jahresziels von 100 bis 140 Millionen Euro Vorsteuergewinn bereits nach neun Monaten erreicht. Im vergangenen Jahr waren es - allerdings auch durch Sondereffekte - noch 188 Millionen Euro./dwi/DP/kja

 

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX schließt tief im Minus -- US-Börsen erneut schwächer -- Könnte der Brexit doch noch ausfallen? -- K+S schockt mit Gewinneinbruch -- Easyjet, Deutsche Bank, Wirecard im Fokus

Britisches Pfund fällt weiter. Ölpreise weiter unter Druck. Großbritanniens Bonität herabgestuft. Wyser-Pratte steigt bei Stada ein. Fresenius-Chef übernimmt bei Nestle das Ruder. EU-Wettbewerbshüter genehmigen Starwood-Übernahme durch Marriott. Zweifel an Petition für zweites Referendum.
Welches ist das wertvollste Team?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?